FAQs Schweinefütterung

In unserem FAQ-Bereich haben wir die häufigsten Fragen rund um die Schweinefütterung gesammelt und verständlich beantwortet. So erhalten Sie schnell und kompakt die wichtigsten Infos für eine ausgewogene, artgerechte und schweinegerechte Ernährung.

Unterstützung der Atemwege

In der intensiven Tierproduktion sind Atemwegserkrankungen leider keine Seltenheit. Neben klassischen Infektionskrankheiten sind es vor allem stallspezifische Faktoren, die das Auftreten von Atemwegserkrankungen begünstigen:

Gründe für Atemwegsprobleme:

  • hoher Tierbesatz
  • niedrige Luftrate (im Winter)
  • hohe Ammoniakbelastung
  • Zugluft
  • Staubbelastung
  • Feuchtigkeit
  • mangelnde Hygiene

 

Bei schweren Erkrankungen (Lungenentzündungen etc.) geht kein Weg an einer medikamentösen Behandlung vorbei.

Handelt es sich allerdings um chronische Schädigung der Atemwegsorgane, kann man mit verschiedensten Hilfsmitteln und Maßnahmen positiver Einfluss auf das Krankheitsgeschehen genommen werden.

 

Folgende Maßnahmen sollten getroffen werden:

  • Überprüfung der Lüftung (Zugluft)
  • Überprüfung der Luftqualität (Ammoniakbelastung)
  • Reduktion der Bestandesdichte
  • Verbesserung der Hygienemaßnahmen
  • Reduktion der Staubbelastung (Einsatz von Öl im Trockenfutter...)
  • Einsatz von "Hygienemitteln" wie Stallosan F oder BRONCHO Natur flüssig (Solan 1633) über die Stallluft

 

Über die Fütterung gibt es ebenfalls eine Reihe von Möglichkeiten um die Atemwegsorgane zu entlasten:

  • Reduktion des Eiweißgehaltes in der Ration (senkt den Ammoniakausstoß in die Stallluft)
  • Einsatz von Benzoesäure (Vevovitall) - durch pH-Reduktion im Urin gelangt weniger Ammoniak in die Stallluft
  • Einsatz von "unverdaulicher" Rohfaser - wie zB. Fibrosol Fasermix: Dadurch wird mehr Stickstoff über den Kot und weniger Ammoniak über den Urin ausgeschieden
  • Einsatz von BRONCHO Natur (Solan 633) bzw. VITAL Komplex (Solan 533)
Der Einsatz verschiedenster Kräuter wie Thymian oder Eibisch hat eine jahrhundertealte Tradition. Dieses alte Wissen kommt in modernen Produkten wie BRONCHO Natur wieder zum Einsatz und bietet eine bewährte und sichere Möglichkeit, die Funktionalität der Atemwegsorgane zu unterstützen.

Ferkelfütterung

Die Ferkelfütterung ist ein entscheidender Aspekt in der Schweine­haltung, der direkten Einfluss auf das Wachstum und die Gesundheit der Tiere hat. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, müssen Ferkel mit einer ausgewogenen und nährstoffreichen Ernährung versorgt werden, die ihrem Entwicklungsstadium entspricht.

Neugeborene Ferkel kommen mit einer Eisenreserve von ca. 3-4 Tagen zur Welt. Spätestens in der 2. - 3. Lebensowche werden deutliche Eisenmangelsymptome sichtbar, da die Eisenversorgung über die Muttermilch nur 40% des Eisenbedarfes abdeckt.

Um diesem Eisenmangel entgegenzuwirken, wird üblicherweise am 2.-3. Lebenstag Eisen per Injektion verabreicht. Dabei werden 200mg Eisen in Form von Eisendextran (=2ml 10%iges Eisen) in die Kniefalte oder in den seitlichen Halsbereich injiziert. In manchen Betrieben hat sich eine 2. Eiseninjektion am 12.-14. Lebenstag bewährt.

In der Praxis ist kaum bekannt, dass die Eisenversorgung der Saugferkel auch über orale Aufnahme ohne Probleme erfolgen kann. Saugferkel können noch bis zu 90% des Eisens aus dem Futter aufnehmen - erwachsene Tiere nur mehr 5-10%. Für die orale Anwendung gibt es verschiedenste "Eisenpasten", die dem Ferkel direkt in das Maul verabreicht werden. Wichtig ist hier, dass das Produkt so verabreicht wird, dass es die Ferkel nicht mehr auswürgen können. Werden Eisenpasten angewendet, sollte gleichzeitig ein eisenhältiges Beifutter eingesetzt werden. Bewährt hat sich hier unser FerkelFitMoor. Dieses Moor-Produkt enthält ca. 12.000mg Eisen in der Trockensubstanz und kann ganz einfach in den Ferkelschalen angeboten werden. Ferkel nehmen das Moor-Produkt sehr gerne an, sind zusätzlich mit Eisen versorgt und lernen spielerisch den Umgang mit Futter.

Wie aus diesem Versuch ersichtlich ist, haben alle "oralen" Eisenpräparate einen ähnlichen Hämoglobingehalt im Blut bewirkt wie die Eiseninjektion.

Für weitere Fragen kontaktieren Sie uns bitte Ihren Außendienstmitarbeiter oder direkt SOLAN.

Durchfall bei Absetzferkeln, verbunden mit hohen Verlustraten ist eines der Hauptprobleme in der Ferkelaufzucht.

Üblicherweise werden Ferkel mit ca. 28 Lebenstagen abgesetzt. Die Ferkel werden aus der Abferkelbucht genommen und in den Aufzuchtstall umgestallt. Sie erhalten von einem Tag auf den anderen keine Milch mehr, finden sich in einer völlig neuen Umgebung wieder und müssen den Verlust der Mutter verkraften. In dieser Stressphase sind die Ferkel besonders anfällig auf Verdauungsstörungen.

 

Folgende Faktoren beeinflussen das Auftreten von Absetzdurchfällen:

  • Biestmilchqualität und Aufnahme im Geburtszeitraum: Je mehr und je schneller die neugeborenen Ferkel Biestmilch aufnehmen, desto besser sind sie gegen Krankheitserreger geschützt. Die Vitalität der Ferkel, Geburtsgewicht und Geburtsverlauf prägen bereits die Zukunft des einzelnen Ferkels. Es sollte möglichst alles unternommen werden um eine hohe Biestmilchaufnahme zu gewährleisten!
  • Auftreten von Frühdurchfällen: Treten bereits bei den Saugferkeln Frühdurchfälle auf, sind auch Absetzdurchfälle vorprogrammiert. Der Darm ist bereits geschädigt und somit anfälliger gegenüber Krankheitserregern. Der Einsatz von Zitronensäure über das Wasser ist ein gutes Hilfsmittel bei Problemen in diesem Zeitraum.
  • Prästarterfütterung: Je mehr Trockenfutter Ferkel bereits vor dem Absetzen gefressen haben, desto weniger Absetzprobleme gibt es. Durch die Beifütterung mit hochwertigem Prästarter kann sich das Verdauungssystem der Ferkel bereits frühzeitig an Trockenfutter gewöhnen. Wenn die Ferkel Trockenfutter gewöhnt sind, nehmen sie nach dem Absetzen schneller Trockenfutter auf.
  • 24 Stunden Licht im Stall in den ersten 2-3 Absetztagen: Damit sich die Ferkel zurechtfinden und auch das Futter finden. Nur wenn die Ferkel so schnell als möglich zu fressen beginnen, bleiben die Darmzotten stabil und verkümmern nicht. Beginnen die Ferkel zu spät zu fressen (erst nach 1-2 Tagen), verkümmern die Darmzotten. Bekommen die Ferkel im Anschluss Hunger, neigen sie zum Überfressen. Da aber dann die Darmzotten bereits verkümmert sind, können die Nährstoffe nicht ausreichend resorbiert werden. Dieses Überangebot an Nährstoffen in hinteren Darmabschnitten fördert die Entwicklung von Durchfallerregern (E. Coli, Clostridien, Salmonellen etc.). Sie entwickeln sich explosionsartig und wandern im Darm aufwärts, wo sie dann am 5.-7. Tag nach dem Absetzen massive Durchfälle auslösen.
  • Temperatur: Damit Ferkel nicht einfach einen "Erkältungsdurchfall" bekommen, brauchen sie 28°C im Liegebereich. Das lässt sich nicht nur mit einem Thermometer feststellen sondern auch in dem man das Liegeverhalten der Ferkel beobachtet. Liegen die Ferkel übereinander oder ziehen sie die Füße unter den Bauch, ist von einem zu kühlen Stall auszugehen.
  • Hygiene: Der Absetzstall setzt höchste Ansprüche an Sauberkeit und Hygiene. Gerade bei Problemen sollten die Hygienemaßnahmen intensiviert werden!
  • Futterzusammensetzung und Qualität: Das Absetzfutter sollte bestmöglich an die Anforderungen auf dem jeweiligen Betrieb angepasst sein. Hochverdauliche Eiweißkomponenten, aufgeschlossenes Getreide, niedrige Pufferkapazität, Säuren, Probiotika und eine Vielzahl weiterer Komponenten beeinflussen Sicherheit und Leistung eines Absetzfutters. Wichtig ist es, die Balance zwischen Leistung und Sicherheit zu finden. Im Sortiment von SOLAN befinden sich eine Vielzahl an teilweise sehr unterschiedlich zusammengesetzten Absetzmischungen. Dadurch können wir auf unterschiedliche Anforderungen auf den Betrieben reagieren.

 

Der vorbeugende Einsatz von Medikamenten (Antibiotika) oder Zinkoxid im Absetzfutter sollte keinesfalls zur Dauerlösung werden. Deshalb sind die richtigen Strategien und Konzepte gefragt, die ein sicheres Absetzen ermöglichen. Gerne möchten wir Sie bei der Ursachenforschung in Problemfällen unterstützen und Sie individuell beraten. Bitte kontaktieren Sie uns - entweder Ihren SOLAN-Außendienstmitarbeiter vor Ort oder direkt SOLAN.

Die Zuwachsleistung der Ferkel (tägliche Zunahmen) hängen von verschiedensten Faktoren ab. In erster Linie muss aber das genetische Potential der Tiere und das Umfeld (Stall, Klima, Belegdichte, ...) den Tieren die Möglichkeit für optimale Leistungen geben. Die Fütterung kann nur dann ihr volles Potential ausspielen, wenn Genetik und Umfeld passen.

Die zukünftige Leistungsfähigkeit der Ferkel beginnt bereits bei der Geburt. Ferkel mit einem hohen Geburtsgewicht haben ein wesentlich höheres Wachstumspotential als Ferkel mit niedrigem Geburtsgewicht. Kontrollieren Sie regelmäßig das Geburtsgewicht der Ferkel und leiten Sie Maßnahmen ein, wenn das Geburtsgewicht rückläufig ist oder das Geburtsgewicht sehr ungleich ist.

Während der Säugezeit spielt die Rangordnung am Gesäuge die größte Rolle für das einzelne Ferkel. Je mehr Milch eine Zitze liefert, desto besser entwickelt sich das jeweilige Ferkel. Kleine Ferkel oder Ferkel mit einem schlechten Zitzen lassen sich durch den Einsatz von Ferkelmilch und Prästarter unterstützen. Durch die Steigerung der Wurfleistungen der Sauen in den letzten Jahren gewinnt der Prestartereinsatz wieder deutlich an Bedeutung. Vor allem große Würfe profitieren deutlich vom Prästartereinsatz. Dieser muss allerdings optimal zusammengesetzt sein, schmackhaft und verträglich sein und er muss möglichst oft in kleinen Portionen entsprechend angeboten werden.

In der Folge entscheidet das Absetzgewicht über die weitere Entwicklung der Ferkel. Je höher das Absetzgewicht desto besser verkraften die Ferkel den Absetzstress. In der Absetzphase werden die Ferkel von der hochwertigen Milchernährung auf überwiegend pflanzliches Trockenfutter umgestellt. Nur wenn in dieser Phase keine gesundheitlichen Probleme auftreten, stehen danach wachstumsfreudige und leistungsfähige Aufzuchtferkel zur Verfügung.

In der eigentlichen Ferkelaufzucht wird die Wachstumsleitung vor allem durch Futteraufnahme und Futterzusammensetzung beeinflusst. Eine Reihe von speziellen Rohstoffen, Zusatzstoffen, Säuren, Probiotika, etc. wird in das Ferkelfutter gepackt, um das volle Potential der Tiere auszuschöpfen.

Eine Futtertabelle bzw. Futterkurve für Ferkel können Sie hier herunterladen:

Futterkurve Ferkel

 

Diese Futterkurve ist als Beispiel gedacht. Gerne senden wir Ihnen eine auf Ihren Betrieb und Ihre Leistungsvorstellungen angepasste Futterkurve.

In diesem Anwendungsbereich haben wir eine Reihe von Produkten zusammengefasst, die speziell zur Optimierung der Aufzuchtleistung konzipiert wurden. Für detailliertere Empfehlungen kontaktieren Sie bitte Ihren Außendienstmitarbeiter oder direkt SOLAN.

Das Geburtsgewicht eines Ferkels ist einer der Hauptfaktoren für die Ferkelqualität und Überlebensrate der Ferkel. Ferkel mit einem Geburtsgewicht unter 800g haben nur mehr eine Überlebensrate von ca. 40%. Je schwerer die Ferkel bei der Geburt sind, desto besser entwickeln sie sich bis zum Absetzen.

In den letzten Jahren wurde die Wurfgröße durch züchterische Maßnahmen stark verbessert. Allerdings haben die Merkmale Geburtsgewicht und Uniformität der Ferkel darunter gelitten. Es liegt auf der Hand, dass große Würfe mit über 16 Ferkel im Durchschnitt geringere Geburtsgewichte je Ferkel haben, als kleine Würfe mit weniger als 10 Ferkel pro Wurf.

Die Uniformität eines Wurfes wird bereits in der Einnistphase der Embryonen in die Gebärmutter bestimmt. Liegen zwei Embryonen zu nahe beieinander so teilen sie sich die zur Verfügung stehenden Nährstoffe und entwickeln sich schlechter als weit voneinander entfernte Embryonen. Für eine möglichst gleichmäßige Einnistung ist maximale Ruhe und kein Stress in den ersten 28 Trächtigkeitstagen äußerst wichtig.

In der Folge entscheiden Futterzusammensetzung (und Qualität) und Futtermenge (Futterkurve) über die Entwicklung der Föten. Bis zur Hochträchtigkeit sollen alle Sauen eine möglichst einheitliche Zuchtkondition aufweisen. Sind die Sauen bis in die Hochträchtigkeit bereits zu fett, kann das Futter nicht mehr gesteigert werden - fette Sauen haben in der Regel kleine Ferkel und machen Probleme bei der Geburt. In den letzten 4-5 Wochen der Tragezeit soll das Futter auf ca. 2,6-3kg bei Jungsauen und auf 3,2-3,6kg bei Altsauen gesteigert werden.

Die Wahl der richtigen Futterkurve bzw. das individuelle Anpassen der Futterkurve an jedes einzelne Tier entscheidet über Geburtsgewicht und Qualität der Ferkel.

Eine typische Futterkurve für Sauen könnte so aussehen:

Die Zusammensetzung des Futters (Komponenten und Inhaltsstoffe) sollte möglichst optimal an die Bedürfnisse der Sauen in der Tragezeit angepasst sein. Vitaminversorgung, Spurenelemente, Eiweiß und Aminosäuren, Mineralstoffausstattung und Energiegehalt (Rohfasergehalt) müssen an die sensiblen Anforderungen tragender Sauen möglichst exakt herangeführt werden. Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss der Rohfaserversorgung: Nur bei ausreichend hoher Rohfaserausstattung sind die Sauen auch physiologisch gesättigt. Sie sind dadurch ruhiger und haben weniger Stress - die Entwicklung der Föten wird maßgeblich verbessert. Anzustreben sind Rohfaserwerte von mindestens 6%, optimal wären um die 8% Rohfaser.

Um das Geburtsgewicht zusätzlich zu Stimulieren können noch folgende Maßnahmen empfohlen werden:

  • Einsatz von Denkapig VAMIVIT zwischen 75. und 85. Trächtigkeitstag
  • Erhöhung der Aminosäureversorgung
  • Einsatz von Fischmehl/Fischöl
  • Erhöhung der Energiezufuhr (Öl) in den letzten 2-3 Trächtigkeitswochen
  • Erhöhung der Vitaminzufuhr in der Hochträchtigkeit (Vitaminstoß)

 

Für weitere Empfehlungen, Rationsberechnungen, Beratung vor Ort etc. kontaktieren Sie bitte Ihren zuständigen Außendienstmitarbeiter oder direkt SOLAN.

Schmackhaftes und bekömmliches Futter sind die Voraussetzungen für die Leistungen in der Schweineproduktion. Die Wirtschaftlichkeit hängt im wesentlichen von der Futteraufnahme, den täglichen Zunahmen und schlussendlich von der Futterverwertung ab. Bei der säugenden Sau spielt die Futteraufnahme eine wichtige Rolle für Milchleistung und im Anschluss an die Säugezeit auch für die Fruchtbarkeit.

Üblicherweise geht man davon aus, dass das Schwein ein ähnliches Geschmacksempfinden hat wie der Mensch. Das mag teilweise stimmen, in vielen Bereichen aber unterscheidet es sich aber deutlich.

Das Saugferkel ist in erster Linie an die Versorgung mit Muttermilch angepasst. Es ist aber von größter Bedeutung, Saugferkel so schnell als möglich an pflanzliches Trockenfutter zugewöhnen. Das Entlastet die Sau und die Ferkel schaffen die Umstellung beim Absetzen besser.

Ein sehr einfaches Hilfsmittel um die Saugferkel möglichst frühzeitig an die Futterschale zu bringen, ist der Einsatz unseres FerkelFitMoores. Der natürliche Instinkt lockt die Ferkel an die Schale und sie lernen frühzeitig den Umgang mit Futter. FerkelFitMoor kann bereits ab der ersten 3-4 Lebenstagen verwendet werden.

Nach ein paar Tagen kommen zum FerkelFitMoor unsere klassischen Prestarter zum Einsatz. Das Sortiment reicht vom Ferkelmüsli bis zum klassischen "Minipellet". Damit die Ferkel allerdings Trockenfutter in relevanter Menge aufnehmen können, brauchen sie Zugang zu Wasser. Die Ferkelschale muss außerdem so positioniert sein, dass Liegenest, Schale und Wasser in einer Linie erreichbar sind und max. 1m voneinander entfernt sind. Alle Starterprodukte sind in möglichst kleinen Portionen möglichst oft auf den Tag verteilt anzubieten. Der Prestarter darf auf keinen Fall den Stallgeruch annehmen und auf entsprechende Futterhygiene muss geachtet werden.

Haben Ferkel bereits Prestarter gefressen, nehmen sie auch nach dem Absetzten schneller wieder Futter auf. Die Futteraufnahme in den ersten 1-2 Absetztagen ist ganz entscheidend für die Darmgesundheit. Durch fehlende Nahrungsaufnahme kommt es zu einem Verkümmern der Darmzotten (Darmzottenatrophie). Am 3.-4. Tag kommt der große Hunger und die Ferkel überfressen sich. Da der Darm verkümmert ist, sind die Ferkel nicht mehr in der Lage, das Futter ausreichend zu verdauen. Schädliche Coli-Keime oder andere Durchfallerreger nutzen die unverdauten Nährstoffe und vermehren sich explosionsartig. Am 5.-8. Absetztag kommt es dann zum klassischen Absetzdurchfall.

Im anschließenden Ferkelaufzuchtfutter sind im Normalfall nur mehr pflanzliche Komponenten enthalten. Durch den Einsatz von Milchkomponenten, Traubenzucker, aufgeschlossenem Getreide etc. lässt sich die Futteraufnahme stimulieren. Über das Mineralfutter werden Süßstoffe und Aromen verwendet, die ebenfalls zu einer Verbesserung der Futteraufnahme beitragen sollen. Wichtig ist aber, dass das Futter für die Tiere attraktiv riecht, die Ferkel zum Trog lockt und die Aufnahme stimuliert - es ist nicht wichtig wie das Futter für uns Menschen riecht.

Zum Einstellen in die Mast ist es oft noch von Vorteil, ein möglichst attraktives Futter anzubieten. In einem sogenannten Einstallfutter kann ebenfalls mit Milchkomponenten, Zucker, Aromen und Geschmacksstoffen eine hohe Futteraufnahme erreicht werden. In der eigentlichen Mast sind kaum mehr Aromen und Spezialkomponenten notwendig bzw. wirtschaftlich sinnvoll. Lediglich wenn Rohstoffe verfüttert werden sollen, die einen negativen Geschmack mit sich bringen, kann mit speziellen Komponenten ein Überdecken dieses Geschmackes erreicht werden.

Im Sortiment von SOLAN befinden sich eine Vielzahl von Produkten, die die Futteraufnahme verbessern oder stimulieren können. Wenn Sie Fragen dazu haben, kontaktieren Sie uns bitte!

Spreiz- oder Grätschferkel sind ein immerwiderkehrendes Problem in vielen Zuchtsauenbeständen. Die Ursache dafür ist nicht wirklich geklärt und gibt immer wieder Rätsel auf.

Bekannt ist jedenfalls, dass in den meisten Fällen eine erhöhte Zufuhr an Cholinchlorid (und anderen Methylgruppendonatoren) eine Verbesserung bringt.

 

Falls plötzlich gehäuft Spreiz- und Grätschferkel auftreten, sollten folgende Punkte abgeklärt werden:

  • Mykotoxine?
  • Vergiftungen?
  • Falsche Medikamentenanwendung?
  • Vererbung (neuer Eber?)
  • Tragefutterzusammensetzung überprüfen
  • Krankheiten wie PRRS

 

Bei Problemen sollte eine höhere Dosierung an Cholinchlorid während der gesamten Trächtigkeit angewendet werden.

Stickstoffreduzierte Fütterung

Im Rahmen des ÖPUL-Programmes werden bindende Vorgaben für den Anfall und Einsatz von Wirtschaftsd­üngern (Gülle, Mist etc.) gestellt. Da der Stickstoff­gehalt der Wirtschafts­dünger stark vom Eiweißgehalt des Futters abhängt, wird der Stickstoffanfall aus der Tierproduktion in Bezug zum Eiweißgehalt des Futters gebracht. Liegt der Proteingehalt der verschiedenen Schweine­rationen unter einer festgelegten Grenze, wird mit einem reduzierten Stickstoffanfall in der Düngebilanz gerechnet.

Die Obergrenzen für den Eiweißgehalt der verschiedenen Rationen sind hier ersichtlich: N-reduzierte-Fütterung

Werden die Schweine-Rationen mit weniger Eiweiß (Soja oder andere Eiweißkomponenten) ausgestattet, muss gleichzeitig die Aminosäureversorgung über die synthetischen Aminosäuren ergänzt werden. Je niedriger der Eiweißgehalt im Futter desto mehr Aminosäuren (Lysin bis Tryptophan) sind im Mineralfutter gefordert. Speziell beim Mastschwein eignen sich daher nur mehr die am besten ausgestatteten Produkte - vor allem wenn keine Phasenfütterung möglich ist.

Um Rationen für die Stickstoff-reduzierte Fütterung möglichst optimal abzustimmen, ist unbedingt eine exakte Rationsberechnung notwendig. Gerne machen wir Ihnen dazu einen Vorschlag (bitte HIER klicken).

Unter dem Anwendungsbereich "Stickstoff-reduzierte Fütterung" haben wir jene Produkte aus unserem Sortiment angeführt, die sich besonders gut für diesen Bereich eignen.

 

Werden Stickstoff-reduzierte Rationen nicht optimal berechnet, kann eine Reihe von Problemen und Leistungseinbußen auftreten:

  • verminderte Zuwachsleistung
  • verschlechterter Magerfleischanteil
  • Probleme mit Kannibalismus
  • höhere Krankheitsanfälligkeit
  • verschlechterte Wirtschaftlichkeit

Milch­leistung der Sau

Eine der wesentlichsten Leistungs­kriterien einer Sau ist die Milchleistung und somit die Aufzuchtleistung. Zusammen­setzung, Qualität und Menge beeinflussen Gewichtsentwicklung und Gesundheit der Saugferkel. Der züchterische Fortschritt bei der Milchleistung einer Sau ist enorm: Für 25-30 Jahren hatten typische Sauen eine Leistung von maximal 8 Liter Milch pro Tag. Heutige Sauenlinien erreichen bereits deutlich über 10 Liter pro Tag.

In den ersten Lebenstunden entscheidet Qulität und Menge des Kolostrums über den weiteren Entwicklungsverlauf jedes einzelnen Ferkels. Ist das Kolostrum reich an stallspezifischen Antikörpern und sind die Ferkel fit genug um schnell ans Gesäuge zu kommen, haben sie zuminest Mal einen natürlichen Schutz vor Krankheitserregern bis zum Absetzen (passive Immunität). Durch ein optimiertes Fütterungs­konzept vor der Geburt (Geburtsvorbereitungsfutter) kann gezielt Einfluss auf Qulität und Menge des Kolostrums genommen werden. Wenn auch gleichzeitig noch Vitalität und Fitness der Ferkel gesteigert wird (durch schnelle Geburten), dann haben die Saugferkel bereits einen enormen Vorteil vom ersten Tag ihres Lebens an.

Ist die Geburt gut verlaufen und die Ferkel sind fit und stimulieren das Gesäuge, dann muss alles getan werden um die Futteraufnahme der Sau zu maximieren. Nach der Geburt wird die tägliche Futtermenge innerhalb von 8-10 Tagen auf die volle Ration gesteigert (pro Tag um 0,5kg Futter steigern). Es muss immer darauf geachtet werden, dass die Sau nicht überfüttert wird - das würde zwangsläufig dazu führen, dass sie nie mehr die maximale Futteraufnahme erreicht.

Je nach Genetik und Anzahl der Saugferkel erreicht die Sau zwischen der 3. und 4. Säuge­woche ihre maximale Milchleistung. Ob die maximale Leistung auf Kosten von Körperfettabbau geht oder ob sie die Milch durch eine hohe Futteraufnahme produzieren kann, wird bereits in der Tragezeit bestimmt. 1% mehr Rohfaser im Tragefutter bedeutet ein um 13% größeres Darmvolumen in der Säugezeit!

Weitere Faktoren für unzureichende Futteraufnahme während der Säugezeit:

Sauenfutter niedertragend auf zu hohem Niveau (zu fette Sauen/zu wenig Rohfaser)

vermindert um 25%
zu schnelles Anheben der Fütterung nach der Geburt vermindert um 13%
Stalltemperatur (normal 20°C) vermindert um 200g pro °C
Wasserversorgung (Tränke) 2 Liter pro Minute, Qualität
Futterkomponenten/Qualität Geschmack
Natürlich braucht die Sau einen hohen Energiegehalt im Säuge­futter. Dennoch ist nicht entscheidend ob das Futter um 0,1 MJ mehr oder weniger hat - die Sau muss einfach möglichst viel fressen. Baut die Sau zu viel Körperfett ab, ändert sich die Zusammensetzung der Milch und die Saugferkel bekommen den klassischen Früh­durchfall (Fettdurchfall). Außerdem haben zu stark abgesäugte Sauen Probleme mit der nachfolgenden Rausche.

Eine Reihe von SOLAN-Produkten ist auf die Optimierung der Milchleistung ausgelegt. Es gehört dazu z.B. FIBROSOL FASERMIX in der Tragezeit oder auch IMUN Piglet zur Optimierung der Biestmilchqualität. Ein wichtiger Rohstoff für die Milchleistung der Sau ist Fischmehl. SOLAN kann als eine von wenigen Firmen in Österreich Fischmehl in den Produkten einsetzen (getrennte Produktionslinien).

Eine interessante Zusammenfassung über Fischmehl und Fischöl steht hier als Download zur Verfügung:

Fischmehl und Fischöl in der Sauenfütterung

Frucht­barkeit der Zuchtsau

Das Fruchtbarkeits­geschehen ist ein zentrales Thema bei den Ferkelproduzenten. Die Frucht­barkeit der Sauen beeinflusst alle wesentlichen Leistungsparameter in einem Zuchtbetrieb.

Die Einflussfaktoren auf die Fruchtbarkeit sind sehr weit gestreut. Management, Haltung und Fütterung greifen ineinander und beeinflussen das Geschehen.

Im folgenden Download möchten wir Ihnen eine Übersicht über das Thema Fruchtbarkeit bei der Zuchtsau geben:

Fütterung und Fruchtbarkeit

Eine weitere Hilfestellung zum Thema Fruchtbarkeit bei der Zuchtsau können wir Ihnen mit der Checkliste "Fruchtbarkeit im Zuchtsauenstall"

Checkliste Fruchtbarkeit im Zuchtsauenstall

Mykotoxine

Mykotoxine sind giftige Stoffwechsel­produkte von Schimmel- bzw. Fusariumpilzen. Diese Stoffwechsel­produkte werden von den Fusarien in der Regel bereits am Feld produziert. Der Hauptinfektionszeitpunkt ist die Blüte beim Getreide. Bei feucht-warmer Witterung produzieren diese Pilze diese giftigen Stoffwechselprodukte, die sich hauptsächlich auf den äußeren Schichten des Korns anreichern.

Derzeit kennt man ca. 500 verschiedene Mykotoxine.

Die wichtigsten Mykotoxine:

  • Vomitoxin (Don)
  • Zearalenon (Zea)
  • Ochratoxin
  • Ergotamin (Mutterkorn)
  • versch. Aflatoxine
  • Citrinin
  • Moniliformin

Mykotoxine haben eine sehr kleine Molekülgröße – deshalb werden sie vom Immunsystem nicht erkannt, der Organismus kann dagegen keine Antikörper produzieren!

Außerdem sind es sehr stabile Verbindungen – durch physikalische Verfahren (Erhitzen) lassen sie sich nicht zerstören.

Jedes Mykotoxin hat unterschiedliche Auswirkungen auf unsere Nutztiere. Während Wiederkäuer und Geflügel relativ tolerant gegen die meisten Mykotoxine sind, ist das Schwein besonders empfindlich. Fruchtbarkeitsprobleme, Immunschwäche, Wachstumsstörungen und Leistungsdepressionen sind nur die wichtigsten Schäden die durch Mykotoxine angerichtet werden. Jedes Toxin hat sein eigenes, typisches Schadbild. In der Regel kommen Toxine aber nicht einzeln vor, sondern treten in der Regel als "Cocktail" auf. Dementsprechend schwierig ist es, Probleme bei den Tieren auf ein bestimmtes Toxin zurückzuführen.

Sobald ein Verdacht auf eine Mykotoxinbelastung im Futter besteht, sollten so schnell als möglich Analysen der Komponenten bzw. Mischungen veranlasst werden. Bitte kontaktieren Sie uns diesbezüglich!

Spätestens wenn sich ein Verdacht bestätigt, sollte der Einsatz von PHYTOSORB Plus erfolgen.

Weitere Informationen über Mykotoxine können Sie folgendem Dokument entnehmen:

Mykotoxine.pdf [4328 KB]

Polyensäuren

Körnermais ist in der Schweinemast ein sehr verbreitetet Futtermittel da es sehr energiereich ist und sich dadurch hervorragend dafür eignet.
Jedoch hat Mais einen hohen Gehalt an Polyensäuren.
Nun stellt sich die Frage worum es sich bei Polyensäuren eigentlich handelt.

Polyensäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Durch die Verfütterung von Futtermitteln, mit einem hohen Gehalt an diesen ungesättigten Säuren reichern sich diese im Fleisch des Schlachtkörpers an.

Durch eine übermäßige Anreichung von Polyensäuren im Fett des Schlachtkörpers wird dieses weicher und öliger. Dadurch wird dessen Verarbeitungs- und Lagerungsneigung negativ beeinflusst. So ist Speck, welcher einen hohen Anteil an Polyensäuren aufweist, auch optisch (gelbliche Färbung) von Speck mit geringem Polyensäurengehalt zu erkennen.

 

Durch eine Begrenzung des Einsatzes von Mais in der Fleischerzeugung kann diesem Effekt vorgebeugt werden.

Die Regel lautet. Je weniger Mais verfüttert wird, desto besser ist die Fleischqualität.