FAQs Pferde­fütterung

In unserem FAQ-Bereich haben wir die häufigsten Fragen rund um die Pferdefütterung gesammelt und verständlich beantwortet. So erhalten Sie schnell und kompakt die wichtigsten Infos für eine ausgewogene, artgerechte und pferdegerechte Ernährung.

Magen­geschwüre beim Pferd

Magengeschwüre beim Pferd kommen wesentlich häufiger vor, als man denkt. Die Diagnose gestaltet sich jedoch schwierig, da die Symptome meist sehr unspezifisch sind.
Studien aus dem Ausland zeigen, dass bis zu 60% der Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitspferde am Equine Gastric Ulcer Syndrome (EGUS) – dem medizinischen Begriff für diesen Symptomenkomplex – leiden. Bei Trabrennpferden liegt die Quote bei 60–80 %, bei trainierten Vollblütern sogar bei bis zu 90%.


Selbst bei Freizeitpferden in leichter Arbeit wurden in bis zu 30% der Fälle Magengeschwüre festgestellt. Ähnliche Befunde zeigten sich bei spontan untersuchten jungen Fohlen.
Lediglich bei Pferden, die ausschließlich auf der Weide gehalten werden, lag die Rate unter 10%.

Als Hauptursachen für Magengeschwürde gelten:

 

Fütterung

Die Fütterung spielt bei der Entstehung von Magengeschwüren eine große Rolle. Anders als beim Menschen der Magensäure nur während dem Essen produziert, produziert das Pferd kontinuierlich Magensäure, unabhängig vom Stimulus der Futteraufnahme. Erklärt wird dieser Umstand dadurch, dass das Pferd als Steppentier in seiner natürlichen Umgebung bis zu 16 Stunden täglich, kleinere, vorwiegend rohfaser­reiche Futtermengen aufnimmt. Das langsamere Fressen von Raufutter führt zu intensiveren Einspeicheln des Futters und so zur Abpufferung der permanent gebildeten Magensäure durch im Speichel enthaltenes Bikarbonat.

Die heutigen Haltungsbedingungen der Pferde werden dieser physiologischen Anforderung des Pferdes nur zum Teil gerecht, eine zweimalige Fütterung ist eher die Norm als die Ausnahme, dazwischen liegen einige Stunden des Fastens. Die Magensäure­produktion läuft in dieser Zeit aber kontinuierlich weiter. Übertrifft diese Magen­säureproduktion die körpereigenen Schutz­mechanismen kommt es zu einer Zerstörung der schützenden Schleimschicht und zu einer Schädigung der Magenwand. Auch Fütterungs­fehler, wie beispielsweise die Gabe großer Kraftfuttermengen (größer 0,5kg pro 100kg Körpergewicht und Mahlzeit) können durch die schnelle Füllung des Magens und die schlechtere Einspeichelung des Futters die Entstehung von Magen­geschwüren begünstigen.

Helicobacter pylori, ein Bakterium, das meist bei der Entstehung der Magengeschwüre des Menschen beteiligt ist, kommt beim Pferd nach jetzigem Kenntnisstand nicht in Betracht.

 

Training und Wettkampf

Pferde, die in intensivem Training stehen, gelten als gefährdeter an Magengeschwüren zu erkranken als Pferde die vorwiegend im Freizeitbereich eingesetzt werden. Es wird vermutet, dass sich der Magen bei der Arbeit durch einen erhöhten intraab­dominalen Druck verkleinert und dabei die Magensäure in den säureempfindlicheren Bereich der kutanen Schleimhaut hochgedrückt wird, was dort die Entstehung von Magengeschwüren begünstigt. Ein weiterer Faktor ist, dass durch häufigen Transport, Stallwechsel, Wettkampfeinsatz und dadurch bedingt teilweise unregelmäßigere Fütterungszeiten Sportpferde einem höherem Stresspegel ausgesetzt sind, was sich wiederum negativ aus das sensible Verdauungssystem des Pferdes auswirkt.

 

Haltung

Es muss das Bestreben sein, Pferde möglichst artgerecht zu halten, wobei vor allem auf eine ausreichende Bewegung und Weidegang zu achten ist, da auch die reine Stallhaltung das Auftreten von Magenge­schwüre begünstigen kann.

 

KrankheitenBei kranken Pferden sind Magengeschwüre häufig zu finden. So zeigen z.B. etwa 80% der in Kliniken vorgestellten Koliker Magengeschwüre. Die Ursache ist in der Regel eine schlechtere Durchblutung des Magens, entweder durch die Krankheit selbst oder aber durch zur Therapie eingesetzte Medikamente. Ein weitere Faktor kann auch der oftmals notwendige Futterentzug oder die Futterumstellung darstellen. Gegenüber Entzündungshemmern weisen insbesondere Fohlen eine hohe Empfindlichkeit auf, weshalb Intensivpatienten häufig auch gleich prophy­laktisch gegen die Bildung von Magenge­schwüren behandelt werden.

Eine exakte Diagnose, ob ein Pferd an Magen­geschwüren erkrankt ist, kann nur durch den Tierarzt gestellt werden, indem eine Magen­spiegelung durchgeführt wird. Häufig werden aber bei Pferden, die unter Magengeschwüren leiden, folgende Symptome festgestellt:

  • Wiederkehrende leichte Koliken
  • Leichte Koliksymptome nach der Futteraufnahme
  • Schlechtes oder sehr selektives Fressen
  • schlechter Allgemeinzustand
  • Durchfallneigung
  • struppiges Haarkleid
  • Hochgezogener Bauch
  • mangelnde Leistungsbereitschaft
  • Druckempfindlichkeit bei der Gurtlage und zwischen den Vorderbeinen
  • zögerliches Abwärtsgehen
  • Zähneknirschen
  • häufiges Gähnen

Aktuell gibt es einen Hype in Bezug auf Proto­nenpumpenhemmer, respektive Omeprazol. Da es das einzige Arzneimittel ist, dass derzeit für Pferde zugelassen ist und dessen Wirksamkeit und Sicherheit für den Einsatz beim Pferd nach­gewiesen ist. Omeprazol reduziert die Aus­schüttung der Magensäure in den Magen. So wird die Ursache selbst abgestellt und eine Heilung kann besser Fuß fassen. Dies ist im akuten Fall mit Sicherheit ein Segen für das Pferd, da die Abheilung der Geschwüre dadurch beschleunigt wird. Für den Dauereinsatz sind diese Arzneimittel aber nicht gedacht, da Magen­säure natürlich für die Verdau­ungs­vorgänge notwendig und unerlässlich ist. Daher ist es wichtig sich Gedanken zu machen, wie man der Entstehung von Magengeschwüren entge­gen wirken kann.

 

In erster Linie ist es wichtig, der Natur des Pferdes, dem Dauerfressen, so gut wie möglich Tribut zu zollen. Hierfür ist die Gabe ausreichend großer Raufutter­mengen (1,5 - 2kg Heu / 100kg Körpergewicht und Tag) unerlässlich. So kann sich das Pferd über Stunden kauend bes­chäftigen und der Magen wird nicht belastet. Nach Möglichkeit sollte das Raufutter vor dem Kraftfutter gefüttert werden, so kommt es einerseits zu einer langsamen Füllung des Magens mit guter Durchmischung des Speise­breis mit Magensäure andererseits fressen Pferde dann das Kraftfutter ebenfalls langsamer und die Einspeichelung ist besser. Pferden die auf Späne aufgestallt sind, kann man zusätzlich Futterstroh anbieten, um ein kontinuierliches Fressen zu ermöglichen. Die Kraftfuttermenge sollte pro Mahlzeit auf 0,3kg / 100kg Körper­gewicht beschränkt werden, wichtig ist hier vor allem auf hochwertiges Futter welches thermisch aufgeschlossen wurde, zurückzugreifen. Da durch den thermischen Aufschluss das Futter für das Pferd leichter verdaulich ist und daher generell geringere Mengen zur Bedarfsdeckung gefüttert werden müssen. Regelmäßiger Koppelgang mit Zugang zu Gras oder Heu wirkt sich ebenfalls sehr positiv auf die Gesundheit des Verdauungstraktes aus. Steht ihr Pferd im Sport so ist es zusätzlich wichtig, den sensiblen Verdau­ungstrakt des Pferdes zu entlasten. Eine gute Möglichkeit ist hier die Fütterung von SOLAN 232 Diät Lein, einem Produkt aus extrudiertem (thermisch behandelt – das heißt Blausäure inaktiviertem!) Leinsamen, welcher eine schützende Schleimschicht über die Schleim­häute des Magens legt. Oder Sie greifen auf unser Leistungsmüsli SOLAN 84 Power zurück, welches speziell für die Anforderungen des Sportpferdes entwickelt wurde.

 

Wichtig ist auf jeden Fall, die Fütterung des eigenen Pferdes kritisch zu betrachten und sich bei Unsicherheit beraten zulassen, der Gesund­heit des Pferdes Willen, denn das ist man seinem Partner schuldig!

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Koliken beim Pferd

Koliken zählen zu den häufigsten Störungen des Ver­dauungskanals. Die Bezeichnung Kolik ist ein Sammel­begriff für verschiedene Schmerzen im Bauchraum und beschreibt ein Symptom nicht die Krankheit selbst. Jährlich erkranken 10 von 100 Pferden an einer Form der Kolik, ein häufiges Problem wie die Statistik sehr deutlich beweist. Aber was kann man als Pferdehalter/ Pferdebesitzer tun, um das Risiko für Koliken im Stall zu verringern. Wichtig ist es auf jeden Fall, die Fütterungs- und Haltungsbedingungen kritisch zu betrachten:

Fehler in der Futtermittelauswahl oder der Rationszusammensetzung die das Auftreten von Koliken begünstigen können

  • nicht angemessen aufbereitetes Getreide

  • zu rohfaserarme, stärkereiche Futtermittel in zu hoher Dosierung
  • zu große Strohmengen können zu Ver­stopfungskoliken führen
  • blähendes Futter (junges Grünfutter, Leguminosen, Klee, Äpfel, Brot)
  • zu große Kraftfuttermengen pro Mahlzeit (mehr als 0,5kg Kraftfutter / 100kg Körpergewicht und Mahlzeit) --> Magenüberladung
  • zu wenig Grundfutter
  • rasche Futterwechsel
  • zu kurz geschnittene Futtermittel (kurz gehäckseltes Stroh (unter 3cm), Gras­schnitt)
  • schlecht eingeweichte Trockenschnitte
  • Wassermangel, kontrollieren sie täglich die Funktionstüchtigkeit des Tränkers

 

Ungenügende Futterqualität

  • verschimmeltes Futter

  • ungenügend abgelagertes Grundfutter (nach der Heuernte sollte das frische Heu mindestens 6 - 8 Wochen abgelagert werden)
  • Grünfutter, das in Haufen gelegen ist und sich erwärmt hat
  • angefaulte oder gefrorene Futtermittel (Karotten, Äpfel, Silagen)
  • schlechte Wasserqualität
  • stark verschmutzte Futtermittel

 

Fehler in der Haltung

  • unregelmäßige Futterzeiten

  • unkontrollierter Zugang zu Kraftfutter
  • zu wenige Mahlzeiten, zu hohe Futter­mengen
  • Plötzlicher Futterwechsel
  • zu starke körperliche Belastung unmittel­bar nach der Fütterung
  • Stress
  • Zahnschäden
  • unregelmäßige oder wenig Bewegung
  • Erschöpfung des Pferdes
  • Parasitenbefall
  • Medikamente

Gewichtsverlust beim Pferd

Es gibt verschiedene Gründe, warum Pferde ab­magern. Wenn Sie daher das Gefühl haben, dass ihr Pferd zu dünn ist, sollten Sie sich zuerst auf Ursachen­forschung begeben. Neben medizinischen Problemen wie Wurm­befall, Zahnproblemen, Magengeschwüren oder Stoffwechselerkrankungen sollte auch die Fütterung kritisch hinterfragt werden.

Raufuttermangel

Häufig ist der Raufuttermangel verantwortlich für das Abmagern von Pferden. Pferde können im Gegensatz zum Hund oder Menschen un­verdauliche Pflanzenbestandteile aus Cellulose, Hemicellulose oder Pektin über die bakterielle Umsetzung im Dickdarm in flüchtige Fettsäuren umwandeln. Zu diesen gehören hauptsächlich Propion-, Butter- und Essigsäure. Der Gehalt an den einzelnen Säuren ist abhängig vom Verhältnis von Rau- zu Kraftfutter (z.B. Pellets oder Müsli), sowie von der Gesamt­futtermenge. Diese kurzkettigen Fettsäuren werden entweder direkt zur Energiegewinnung verwendet oder in Speicher­fett umgewandelt. Auch ein Umbau von Propionsäure in Traubenzucker (Glucose) ist möglich. Da das Pferd mit der Darmflora in Symbiose lebt, ist die kontinuierliche Raufutter­versorgung durch Heu, Gras und Stroh Bedingung für die Gesundheit des Pferdes. Raufuttermangel führt zur Beeinträchtigung der Darmflora und damit zu einer gestörten Nähr­stoffausbeute. Als Faustzahl sollte gelten mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpermasse und Tag, auch Stroh guter Qualität sollte dem Pferd angeboten werden.

 

Stress Stress kann zu Abmagerung führen. Sehr schnell beobachtet man das Abmagern bei Hengsten, die als Zuchttiere eingesetzt werden. Viele Turnierreiter kennen das Problem, dass man nach dem Wochenende, spätestens am Montag, das Pferd nicht mehr erkennt, weil Transport und Leistung auf dem Turnier das Pferd nicht nur sportlich, sondern auch psychisch beansprucht haben. In diesem Fall können Zusatzpräparate wie beispielsweise Solan 90 Magnasol helfen, auch die Fütterung von Solan 184 Mash oder Solan 232 Diät Lein kann sich positiv auf das Wohlbefinden des Tieres auswirken.

 

Fellwechsel

Manche Pferde magern regelmäßig im Frühjahr oder Herbst aufgrund des eintretenden Fell­wechsels ab. Hier sollte der Pferde­halter aktiv werden und bereits rechtzeitig mit der Fütterung von Solan 232 Diät Lein beginnen. Zusätzlich sollte noch der Biotin und Zink Gehalt der Gesamtration überprüft werden. Hier kann gegebenenfalls der Einsatz einer Mineralstoff­mischung sinnvoll sein.

 

Appetitlosigkeit

Manchen Pferden wird Fressen angeboten, aber es herrscht Appetitlosigkeit. Hier können Leberprobleme, Magengeschwüre oder Darm­entzündungen vorliegen, was durch den Tierarzt abzuklären ist. Besonders häufig treten beispielsweise Magen­geschwüre bei Pferde die im Sport eingesetzt werden auf. Eine Umstellung der Ration, mit größeren Raufuttermengen und angepassten Gaben hochaufgeschlossener Futtermittel kann hier eine Verbesserung der Situation bringen. Die Gabe appetitanregender Mittel wie beispiels­weise Solan 490 Stimusol kann ebenfalls überlegt werden.

 

Arbeitsleistung

Stimmt das Verhältnis zwischen Energieauf­nahme und körperlicher Betätigung nicht, dann wird ein Individuum entweder fett oder mager. Ein Pferd, das körperlich mehr leisten muss, als es dafür Futter bekommt, wird mit der Zeit abmagern. Die Anpassung der Fütterungsmenge an die Arbeitsleistung kann berechnet werden. Faktoren wie Stress, Futter­verwertung oder Darmtätigkeit sind jedoch unbekannte Variablen und erschweren einen mathematischen Ansatz. Auch die Einschätzung der tatsächlich er­brachten körperlichen Leistung ist eine relative Angelegenheit. Trotz alledem ist eine Rations­berechnung ein hilfreiches Mittel, um den Energieaufwand seines Pferdes zu ermitteln.

 

Zahnarzt

Ein wichtiger Punkt und daher nicht außer Acht zu lassen ist die Zahngesundheit des Pferdes. Denn nur ein gesundes Gebiss ohne scharfe Kanten ermöglicht dem Pferd eine gute Futteraufnahme.

Anzeichen für Zahnprobleme beim Pferd:

  • Starkes Speicheln während der Futterauf­nahme
  • Kopfschlagen während des Fressens
  • Langsames Fressen
  • Röllchenbildung beim Futter
  • Unangenehmer Geruch aus dem Maul
  • Kolikhäufigkeit
  • Aber auch Unwillen beim Auftrensen, Mauligkeit, Festbeißen am Gebiss oder Kopfschlagen

 

Alter

Natürlich spielt auch das Alter des Pferdes eine nicht unbedeutende Rolle für den Futterzustand. Oftmals schleichen sich Zahnprobleme ein und der Stoffwechsel macht auch nicht mehr so mit. Gezielte Fütterung beispielsweise die Gabe von Solan 582 Generation Plus kann dieser Ent­wicklung aber durchaus entgegen wirken und den Prozess verlangsamen.

Es gibt eine Vielzahl an Ursachen, warum es zur Abmagerung eines Pferdes kommen kann. Daher gilt es im ersten Schritt die Gründe für den Gewichtsverlust herauszufinden, was zuge­gebener Maßen nicht immer leicht ist. Dann kann mit gezielten Maßnahmen dieser Entwicklung entgegen gewirkt werden.

Beurteilung

Beurteilungskriterien am

Note verbal Hals Rücken und Brustkorb Becken
1 Sehr mager Sehr dünn, gratig Dornfortsätze und Rippen deutlich hervortretend Becken­knochen stark herausragend, tiefe Grube seitlich des Schweifes
2 Mager dünn Dornfortsätze konturiert, Rippen gut erkennbar Becken­knochen noch sichtbar, Gewebe am Schweifansatz eingefallen
3 Schlank schlank Dornfort­sätze verstrichen, Rippen schwach sichtbar Kruppe abgerundet, geringe Gruben seitlich des Schweifansatzes
4 Normal Keine Kammbildung (außer bei Hengsten) Rippen leicht tastbar Runde Kruppe, Hüft­höcker leicht tastbar
5 Fett Leichter Kamm, breit und fest Nur unter Druck tastbar, beginnende Rinnenbildung auf dem Rücken Hüfthöcker nur unter Druck tastbar
6 Sehr Fett Ausgeprägter Kamm, breit und fest Rippen nicht mehr tastbar, breiter Rücken mit tiefer Rinne Hüft­höcker nicht mehr tastbar, tiefe Spalte in der Kruppe

 

 

 

 

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Fohlen­fütterung & Zuchtstuten

Fohlen werden üblicherweise im Alter von ungefähr 6 Monaten von ihrer Mutter abgesetzt. Nach dem Ab­setzen fehlt es den Fohlen vor allem an den hoch­wertigen Eiweißen und Vitaminen aus der Muttermilch. Trotz aus­reichender Energieaufnahme kann es zu Entwicklungsstörungen und Mangelerscheinungen kommen, die aus dem Fehlen von B-Vitaminen und essentiellen Aminosäuren (vor allem Lysin) resultieren.

Der gute Start ins Leben:

 

Lebensquell Muttermilch

Direkt nach der Geburt steht dem Fohlen die so genannte „Biestmilch“ oder das Kolostrum zur Verfügung. Eine vitale Nährstoffbombe mit immunstärkenden Eigenschaften. Das Fohlen wechselt bei der Geburt von der keimfreien Umwelt im Uterus in die keimreiche des Stalles, ist aber selbst noch nicht in der Lage gegenüber Bakterien Antikörper zu bilden. Diese Lücke schließt das Kolostrum mit den von der Mutter vorproduzierten stallspezifischen Antiköpern. Hier ist zu beachten, dass die Stute spätestens 4-6 Wochen vor der Geburt in die Umgebung gebracht wird, in welcher das Fohlen geboren und aufgezogen werden soll.


Mit dieser passiven Immunisierung ist das Neugeborene vor den Keimen in seiner neuen Umwelt weitgehend geschützt. Für die Überlebens­chance des Fohlens ist die Aufnahme des Kolostrums möglichst bald nach der Geburt daher von entscheidender Bedeutung. Erfolgt der erste Saugakt zu spät, werden geringere Antikörpermengen aufgenommen, da sich einerseits ihre Konzentration in der Milch mit fortschreitender Milchsekretion verdünnt (innerhalb von 4-8 Stunden auf 1/6 bis 1/10 des Ausgangs­wertes), andererseits verschlechtern sich aber auch die Passagebedingungen durch die Darmwand. Sollte das Fohlen eine Stunde nach der Geburt daher noch nicht stehen und saugen können, sollte das Kolostrum abgemelkt und körperwarm mit der Flasche gefüttert werden. (stündlich 20-30ml/10kg KGW)

 

Säugeperiode

In den ersten Lebenswochen bereitet die Fütterung der Saugfohlen wenig Aufwand, da die Stute die Nahrung in richtiger Dosierung und Zusammensetzung zur Verfügung stellt. Die Fohlen saugen bis zu 50mal in 24 Stunden und nehmen dabei rund 150-250ml Milch auf. Fohlen nehme in den ersten Lebenswochen natürlicher­weise frischen Kot der Stute auf. Dieses Verhalten dient einerseits der Versorgung mit B-Vitaminen, andererseits der Besiedlung des Darmtraktes mit Bakterien und Protozoen und sollte daher auch nicht unterbunden werden.


Nach etwa vier Wochen verändert sich die Zusammensetzung der Stutenmilch. Die Milch wird dünner und nimmt im Eiweißgehalt kontinuierlich ab (auf 2,7%). Dafür steigt die Gesamtmilchmenge für das Fohlen. Die mittlere Milchleistung einer 500 Kilogramm schweren Stute im 3. Laktationsmonat beträgt rund 18 Liter pro Tag! Das Fohlen nimmt in dieser Zeit mindestens 350 Gramm Körpergewicht pro Tag zu. Der Fettgehalt der Stutenmilch ist niedrig und liegt bei nur 1,7%. Dafür ist sie reich an essentiellen Fettsäuren. Der Milchzuckeranteil beträgt über 6%. Stutenmilch schmeckt daher süßer als Kuhmilch.

Die Zufütterung von Fohlen kann ab der 4. Lebenswoche spielerisch aus der Hand beginnen. Dabei tastet sich das Fohlen an die neue Nahrung langsam heran. Ab dem 3. Lebensmonat kann das Warmblutfohlen mit Kraftfuttermengen von 1,5 bis 3 Kilogramm gefüttert werden. Heu und Stroh selbstver­ständlich ad libitum. Im Allgemeinen sind Mutter mit Kind auf der Weide und fressen schier ununterbrochen vitalstoffreiches junges Gras.

Der Prozess des Absetzens - der von Züchtern zur Schonung der Stute üblicherweise im 6. Lebensmonat erfolgt – stellt für das Fohlen eine mittlere Katastrophe dar. Gerade die Fohlen, die im Mai geboren wurden, werden mitten im Fellwechsel von der Mutter und ihrer Milch, die durchaus noch kleine Anteile von Kolostrum enthält, getrennt und wandern in eine Gruppe fremder Gleichaltriger. Der Herbst zeigt sich zudem oft ungemütlich und kalt, so dass die Gefahr von Infektionskrankheiten wächst. Dieser einschneidende Moment im Leben eines Fohlens kann vom Züchter mit der Fütterung hoch­wertiger und vitalstoffreicher Ergänzungs­futter unterstützt werden. Besonderes Augenmerk sollte auf darmunter­stützende Naturstoffe wie z.B. Hefefraktionen, Oligosaccharide und B-Vitamine gelegt werden. Die Aufzucht der Jährlinge erfolgt im Allgemeinen in Gruppen, spätestens einein­halbjährig getrennt nach Stuten und Hengsten.

Das Erwachsenwerden kann beginnen.

 

Qualität der Stutenmilch

Bereits während der Trächtigkeit sollte der Züchter die Stute mit großer Aufmerksamkeit füttern. Solange sich der Fötus in der Gebärmutter entwickelt, wird er über den Mutterkuchen weitestgehend nach Bedarf ernährt. Die Natur hat es so eingerichtet, dass der Fötus es vermag, die Nährstoffe aus dem mütterlichen Organismus zu rauben. Nach der Geburt ändert sich dieses Bild jedoch drastisch. In der nun folgenden Zeit, genannt Laktation, versorgt die Stute ihr Fohlen mit Milch. Die Qualität der Milch ist jedoch abhängig von der zurückliegenden Fütterung in der Trächtigkeit und von der aktuellen Fütterung der Stute zum Laktationszeitpunkt. Eine mangelhaft ernährte Stute wird ein relativ gesundes Fohlen zur Welt bringen können, aber spätestens in der Laktation kann es zu Mängeln in der Aufzucht kommen. Daher sollte höchstes Augenmerk auf eine bedarfsgerechte Ernährung der Stute gelegt werden.

Fohlen werden üblicherweise im Alter von ungefähr 6 Monaten von ihrer Mutter abgesetzt. Nach dem Absetzen fehlt es den Fohlen vor allem an den hochwertigen Eiweißen und Vitaminen aus der Muttermilch. Trotz ausreichender Energie­aufnahme kann es zu Entwicklungsstörungen und Mangelerscheinungen kommen, die aus dem Fehlen von B-Vitaminen und essentiellen Aminosäuren (vor allem Lysin) resultieren.

 

Während des zweiten Lebenshalbjahres, sowie im Jährlingsalter, sollte aufgrund des intensiven Wachstums vor allem auf eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß, Lysin, Mengen- und Spuren­elementen sowie Vitaminen geachtet werden. Mit einem Jahr hat es bereits 60 % seines späteren Endgewichtes erreicht. Gegen Ende des zweiten Lebensjahres ist dann der überwiegende Teil der Wachstumsphase abge­schlossen und das Pferd kann allmählich wie ein adultes, also ein erwachsenes Pferd im Erhaltungsbedarf gefüttert werden.

Aufgrund des engen Ca:P-Verhältnisses sowie den oft geringen Gehalten an Natrium, Kupfer, Selen und Zink im Weidegras sowie im Heu sollten daher entweder eine mineralisierte Kraft­futter­mischungen (SOLAN 183 FOHLENMÜSLI)

oder ein Mineralfutter (SOLAN 1485 Mineral Plus) zugefüttert werden. So können mögliche Störungen der Skelettentwicklung aufgrund eines Mangels an Kalzium, Phosphor, Kupfer, Mangan oder Vitamin D verhindert werden. Das in Jungpferderationen enthaltene Vitamin A kann zudem die Abwehrkräfte verbessern.

 

Auch bei Einsatz von Fertigmischungen für Fohlen bzw. Jungpferde sollte der Versorgungszustand des Tieres dennoch regelmäßig überprüft und der Energiegehalt der Ration gemäß Nutzungs­richtung, Umgebungstemperaturen und Bewegungsmöglichkeiten des Fohlens angepasst werden. So kann eine hohe Energiezufuhr bei gleichzeitig geringen Eiweißmengen beispielsweise schnell zu Verfettung führen, welche aufgrund der negativen Auswirkungen auf die Skelettent­wicklung möglichst vermieden werden sollte.

 

Wegen des hohen Energiebedarfs während der Wachstumsphasen sollten die Absetzer und Jährlinge aber auch nicht unterernährt sein, um das jeweilige Wachstumspotential bestmöglich ausschöpfen zu können. Hier gilt es also das optimale Maß zwischen „zu dünn“ und „zu dick“ zu finden. Bei der häufig verbreiteten Weidehaltung im Sommer sollte daher eine überhöhte Aufnahme von energie- und proteinreichem Gras beispiels­weise durch Portionieren der Fläche verhindert werden. Auf stark genutzten Weiden, in trockenen Jahren oder bei schlechten Grasqualitäten kann hingegen auch eine Zugabe von energiereichem Kraft­futter oder geeigneten proteinreichen Ergänzungsfuttern notwendig sein.

Änderungen in der Ration (z.B. beim Anweiden im Frühjahr oder bei Aufstallung im Herbst) sollten dabei immer möglichst langsam und schonend erfolgen, so dass potentielle Entwicklungs­störungen des Bewegungsapparates aufgrund von abrupten Wachstumsdepressionen bzw. plötzlichen Wachstums­schüben vermieden werden können.

 

Ebenso wichtig wie die bedarfsgerechte Fütterung, ist eine ausreichende Bewegung, denn Motorik und Belastungsreiz sind wesentliche Voraussetzungen für ein gleichmäßiges Wachstum des Skeletts. Bei stark mastig gefütterten Fohlen muss das nicht ausgereifte Skelett, aufgrund erhöhter Muskel- und Fettmasse, eine relativ hohe Masse tragen. Daraus können Schäden mit dauerhaften Folgen resultieren. Das postnatale Wachstum ist in seiner Obergrenze genetisch vorgegeben, der Wachstums­verlauf wird dagegen haupt­sächlich von nicht genetischen Faktoren beeinflusst, wie zum Beispiel Ernährung, Absetzalter und Haltungsmanagement.

Die richtige Ernährung des Fohlens fängt schon unmittelbar nach der Geburt an. Es ist wichtig, dass das Fohlen so schnell wie möglich die erste Milch, auch Kolostrum genannt, bekommt. Denn schon nach 4 bis 8 Stunden ist die Stutenmilch durch die einsetzende Milchsekretion so verdünnt ist, dass die Antikörper­menge dann nur noch 1/6 bis hin zu 1/10 des Anfangswertes des Kolos­trums beträgt. Diese Antikörper aufzunehmen ist für das Fohlen sehr wichtig, denn so wird sein Immunsystem auf das Leben außerhalb des Mutterleibes vorbereitet. Fohlen, die das Kolostrum zu spät oder gar nicht erhalten, werden ein Leben lang anfälliger bleiben oder überleben nicht. Falls ein Fohlen direkt nach der Geburt nicht saugen oder stehen kann, können Sie die Milch mit dem Kolostrum auch abmelken und dem kleinen Lebewesen mit der Flasche geben.

 

Die Stutenmilch deckt in der ersten Zeit normalerweise alles ab, was das Fohlen für seine Entwicklung braucht. Es muss ihm nur Gelegenheit gegeben werden, 24 Stunden bei seiner Mutter bleiben zu können, denn in dieser Zeit wird es ungefähr 50 Mal am Tag Milch in kleinen Mengen aufnehmen. Was aber wenn du dein Fohlen mutterlos aufziehen musst, oder die Stute zu wenig Milch hat? Nach der Gabe des Kolostrums kannst du dein Fohlen mit einem Milchaustauscher füttern. Diesen Milchaustauscher braucht das Fohlen ungefähr 10 bis 15 Mal pro Tag mit allerhöchstens 4 Stunden Pause in der Nacht. Wenn das Fohlen größer wird, kannst du allmählich auf die Fütterung von 6 bis 8 Mal pro Tag übergehen und die nächtliche Pause bis zu 6 Stunden erhöhen. Die Milchmenge, die das Fohlen von diesem Milch­austauscher braucht, beträgt in der Regel bei mittelgroßen Rassen zuerst 0,2 und später bis zu 0,5 l pro Mahlzeit. Es wird körperwarm gefüttert. Ab der dritten Lebens­woche kann man beginnen, dem Fohlen Heu, Gras und ein Fohlener­gänzungs­futter dazu zu füttern. Wenn das Fohlen ungefähr drei Monate alt ist, beginnt man die Milch­menge zu reduzieren und die Menge des Fohlenstarters zu erhöhen. Fohlenmilch ist bei uns erhältlich und sollte in keinem Züchterhaushalt fehlen.

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Zuchtstuten

Zuchtstuten sollen möglichst jährlich ein gesundes Fohlen zur Welt bringen, ein Ziel, dass nur von rund 2/3 aller Stuten erreicht wird. Eine angepasste Fütterung, einwandfreie Grundfutterqualität, eine gute Zuchtkondition der Stute, und natürlich optimale Haltungsbedingungen können dazu beitragen, diese Situation erheblich zu verbessern. Die Natur hat es so eingerichtet, dass eine Stute ihr Fohlen nur behält, wenn die elf Monate dauernde Trächtigkeit für das Muttertier ohne Schaden zu überdauern ist. Findet kein Ausgleich statt, so ver­schlechtern sich leichte Mängel während der Trächtigkeit und die Aussichten auf eine erfolgreiche Trächtigkeit und ein gesundes Fohlen sinken.

 

Stuten­fütterung nach Phasen:

Grundsätzlich kann man die Stutenfütterung in vier Phasen einteilen:

  • Fütterung vor und um den Decktermin
  • Fütterung der nieder tragenden Stute bis zum Ende des siebten Monats
  • Fütterung der hoch tragenden Stute bis zum Abfohlen
  • Fütterung in der Laktationsphase bis zum Absetzten des Fohlens

Die Fütterung vor dem Decktermin

Die Stute sollte sich daher vor der Belegung in einem guten, nicht verfetteten Futterzustand befinden. Neben einer ausgeglichenen Mineral­stoffversorgung und ausreichender Versorgung an Spurenelementen kann durch die Gabe von 18.000IE Vitamin A und 18mg Vitamin E pro 100kg Körpergewicht die Chance auf eine erfolgreiche Belegung erhöht werden. Weiters ist es ratsam, vier bis sechs Wochen vor der Belegung mit der Gabe von ß-Carotin (40mg / 100kg Körpergewicht) zu beginnen.

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Fütterung der nieder tragenden Stute

In den ersten 8 Wochen nach der Belegung ist der Embryo noch nicht mit dem Uterus verbunden und daher besonders anfällig gegenüber Umweltein­flüssen. Aus diesem Grund ist in der Anfangszeit der Trächtigkeit Stress durch Futterumstellungen oder Veränderungen in der Haltung zu vermeiden. Bei nichtlaktierenden Stuten besteht in der Anfangs­phase der Trächtigkeit die Gefahr einer Energieüberver­sorgung. Da während der Rosse bei rund 1/3 der Tiere Doppelovulationen – und Befruchtungen vorkommen, kann bei Energie­überschuss die erwünschte Abstoßung eines Embryos unterbleiben. Daher gilt in der ersten Phase der Trächtigkeit, das Pferd nicht überfüttern! Nach der ersten kritischen Phase der Gravidität ist bis zum Beginn der Hochträchtigkeit die Fütterung weitgehend unproblematisch, wobei die Stute nach Erhaltungs­bedarf / bzw. wenn sie geritten wird, nach Arbeitsleistung mit einem normalen Ergänzungs­futter zu füttern ist. Immer, vor allem aber in der Trächtigkeit sollte der Grundfutter­qualität besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da Giftstoffe in verschimmeltem Heu Aborte begünstigen können. Wichtig für die normale Entwicklung des Fötus aber auch für eine unkomplizierte, leichte Geburt ist, der Stute aus­reichend Bewegung an der frischen Luft zu ermöglichen.

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Fütterung der hoch tragenden Stute:

Erst mit der beschleunigten Fötenentwicklung ab dem siebten Trächtigkeitsmonat sollte die Energie­zufuhr bis zum Abfohlen um 30%, die Eiweißzu­fütterung um ca. 40% steigen. Der Bedarf an Calcium und Phosphor nimmt sogar um mehr als 50% zu. In Aufbausituationen des Organismus wie Trächtigkeit und Wachstum, müssen viele Stoff­wechselvorgänge intensiver ablaufen. Dement­sprechend ergibt sich auch ein Mehrbedarf für bestimmte Spurenelemente. Dies trifft auch für die Stute in der späten Trächtigkeitsstufe zu - insbe­sondere, wenn ab dem neunten Trächtigkeits­monat die Knochenmineralsierung des Fötus beginnt. Für diesen Vorgang, der bereits Weichen stellt für die spätere Gliedmaßenstabilität des Pferdes, werden unter anderem vermehrt Zink, Kupfer und Mangan benötigt. Ein weiterer Zusatzbedarf an Spuren­elementen entsteht, weil der Embryo einen Vorrat für die ersten Lebensmonate des Fohlens anlegen muss. Alle Steigerungen sollten fließend, nicht abrupt gestaltet werden, um Komplikationen wie Kolik und Hufrehe zu vermeiden. Die veränderten Mengenverhältnisse der Nährstoffe zueinander können am besten mit einem speziellen Zuchtfutter (zum Beispiel Solan 182 Vollwert) realisiert werden. Es sollte das zuvor verwendete normale Er­gänzungsfutter bis zum neunten Trächtigkeits­monat allmählich komplett ablösen.

In der letzten Phase der Trächtigkeit (ca. 14 Tage vor der Geburt) kann zusätzlich eine aufge­schlossene Leinsamenmischung (Diät Lein) zugefüttert werden. Die Schleimstoffe des Leinsamens bewirken einerseits eine gute Darm­tätigkeit und beugen so Verstopfungen vor, andererseits enthält die Stutenmilch Diät Lein gefütterter Stuten mehr Omega 3 Fettsäuren, was die Entwicklung des Fohlens positiv beeinflusst. Vor der Geburt wird die Futtermenge gedrosselt, damit der Verdauungstrakt während der Geburt nicht überladen ist. Von einem vollständigen Futterentzug vor der Geburt ist jedoch abzuraten, da es dadurch zu einer verfrühten Auslösung der Geburt und damit verbunden zu lebensschwachen Fohlen kommt. Nach der Geburt sind Tränken mit Weizenkleie und Kochsalz zweckmäßig.

Fütterung der laktierenden Stute:

In den ersten drei Tagen nach der Geburt ist unter genauer Beobachtung der Fresslust und der Verdau­ungstätigkeit die Fütterung der Stute knapp zu halten. Anschließend ist die Ration dem steigenden Bedarf an Energie, Eiweiß und Mineralstoffen anzupassen. Dem kann über die Frühjahrsweide und junges Heu, vor allem aber durch eine kontinuierliche Steigerung beim Zucht­futter Rechnung getragen werden. Besteht in den ersten Laktationsmonaten ein Energiedefizit, so sind Abmagerung, verringerte Milchproduktion und bei Stuten die bereits in der Fohlenrosse belegt wurden, eventuell Fruchtresorption die Folge.


Insgesamt kommt es darauf an, mit rechtzeitigen kontinuierlichen Futterumstellungen auf die jeweilige Bedarfssituation von Zuchtstuten und Fohlen zu reagieren. Mit einer natürlich ausge­wogenen Fütterung, die Energie, hochwertiges Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Spuren­elemente in angemessenen Mengen enthält, werden die Zuchtstuten vor frühzeitiger Aus­zehrung bewahrt. Die Fohlen können ihr Erbpo­tential voll entfalten und der Grundstein für ein langes und gesundes Pferdeleben ist gelegt.

 

 

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Die Fütterung des älteren Pferdes

Während man bei einem jungen, dreijährigen Pferd noch die großen Hoffnungen hat, weiß man spätestens fünfjährig, wohin die Reise geht. Ein acht­jähriges Pferd ist im besten Lebensalter und kann das Gelernte gut umsetzen. Das Pferd ist "erwachsen" geworden. Ab dem 14. oder 16. Lebensjahr beginnen die ersten alters­bedingten „Wehwehchen. Schließlich kann man ein Pferd mit 20 Jahren alt nennen.

Rein äußerlich erkennt man den Alterungsprozess an Änderungen in Farbe und Beschaffenheit des Fells. Das Winterfell kündigt sich früher an, das Deckhaar wird allgemein länger, der Fellwechsel im Frühjahr zieht sich über mehrere Wochen hin und erste graue Haare zeigen sich im Gesichtsbereich. Auch der Bewegungs­ablauf verliert an Fluss. Die ersten Schritte aus dem Stall sind steifer und das Pferd braucht mehr Zeit bis es sich einläuft.
Auch bei gesunden Tieren nimmt allmählich die Leistungsfähigkeit des Organismus ab, die Zahl, aber auch die Größe der Zellen in ver­schiedenen Geweben ebenso wie deren Wassergehalt gehen zurück. Damit ist eine Reduktion des Stoffumsatzes und zum Teil auch der Speicherfähigkeit von Nährstoffen verbunden.

Durch die Fütterung lassen sich diese Verän­derungen nicht rückgängig machen aber sie lassen sich durchaus hinauszögern. Dazu trägt eine bedarfs­gerechte Ernährung bei. Bei alten Pferden muss sich die Energiezuteilung primär am Futter­zustand orientieren, da die Diskrepanz zwischen der errechneten zugeführten und der tatsächlich verdauten Energie größer ist als beim jungen Pferd. Die Eiweißmenge sollte gegebenenfalls um 10% -15% gegenüber den Versorgungsempfehlungen erhöht werden, wobei darauf zu achten ist, dass ausschließlich hochwertige und vor allem gut dünndarmverdauliche Eiweiße eingesetzt werden.
Mit dem Alter ändern sich auch die Nährstoffbe­dürfnisse des Pferdes, der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen steigt aufgrund der schlechteren Eigensynthese im Darm und der ver­ringerten Resorptionsfähigkeit an.

Die Zeichen der Zeit lassen sich nicht aufhalten, aber durch eine angepasste Fütterung und eine gewisse Rücksichtnahme auf das in die Jahre gekommene Pferd, kann man auch mit einem „Oldie“ noch viel Freude haben.

Fütterung bei PSSM

PSSM gehört zu den häufigsten Muskelerkrankungen bei Pferden. Die Abkürzung PSSM steht für "Polysaccharid Speicher Myopathie“. PSSM wurde zunächst für ein rassespezifisches Problem von Quarter Horses gehalten, doch auch andere stark bemuskelte Rassen wie Appaloosas, Paints, Kaltblüter, Haflinger und schwere Warmblüter sind von PSSM betroffen. Diese Pferde erkranken hauptsächlich an der genetischen Variante (PSSM1), die auf eine Genmutation zurückzuführen ist. Die zweite Variante (PSSM2), deren Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind, kann jedes Pferd treffen, vom Araber bis zum Noriker. Die Erkrankung ist erblich bedingt und nicht heilbar. Eine angepasste Haltung und Fütterung können jedoch dazu beitragen, PSSM Symptome erheblich zu lindern.

PSSM Typ 1 wird auch als die genetische Variante von PSSM bezeichnet. In diesem Fall wird der verant­wortliche Gendefekt von Vater, Mutter oder gleich beiden Elternteilen vererbt. Tragen beide Eltern deines Pferdes den Gendefekt in sich, ist dein Pferd ein sogenannter „Doppel­träger“. Die Chance an PSSM zu erkranken ist in diesem Fall sehr hoch. Zudem wird der Gendefekt von Doppelträgern mit sehr großer Wahr­scheinlichkeit an ihre Nachfolger weitergeben. Verfügt lediglich ein Elternteil deines Pferdes über den Gendefekt, ist dein Pferd ein „Einzel­träger“. Die Chance an PSSM zu erkranken ist in diesem Fall erhöht, jedoch nicht garantiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass Einzelträger den Gendefekt an ihre Nachkommen weitergeben liegt bei ca. 50%.

 

Die Ursache von PSSM Typ 2 ist noch nicht voll­ständig erklärt. Ähnlich wie bei PSSM Typ 1 wird ein Gendefekt vermutet, bestätigt ist diese Ursache jedoch noch nicht. In der Vergangenheit ging man bei PSSM Typ 2 davon aus, dass aneinanderge­reihte Zuckermoleküle die Ursache dafür sind. Hierdurch können bestimmte Muskelzellen nicht mehr als Energielieferant genutzt werden. Heute nehmen viele Forscher jedoch an, dass eine negative Stickstoffbilanz, ausgelöst durch einen zu hohen Eiweißverbrauch und geringer Eiweiß­aufnahme, zum Muskelschwund führt. Die Muskel­zelle erhält dann besonders in intensiven Arbeits­phasen keinen Brennstoff und wird zerstört. Dabei entsteht ein „Gift“, welches über die Nieren aus­geschieden werden muss und diese langfristig belastet.

 

Oft führen große Mengen an leicht verdaulichen Kohlenhydraten zum Ausbruch der Krankheit. Dies lässt sich wie folgt erklären: Nimmt ein Pferd Futter auf, steigt sein Blutzuckerspiegel an. Die Bauch­speicheldrüse reagiert darauf mit einer Aus­schüttung von Insulin. Die Muskelzellen von PSSM Pferden reagieren jedoch stärker auf das körper­eigene Hormon Insulin, als es bei gesunden Pferden der Fall ist. Langkettige Zucker­moleküle (Polysaccharide) werden in großen Mengen aus dem Blut gefiltert und in der Muskulatur gelagert. Im Normalfall bilden sich diese als Speicher, um die Pferdemuskulatur bei Anstrengung mit Energie zu versorgen. Bei Pferden mit PSSM wird jedoch eine deutlich größere Menge Polysaccharide in den Muskel­zellen eingelagert. Dies stört dann die Erregungsweiterleitung der Muskeln, was im schlimmsten Fall zum Ab­sterben der Muskelzellen führt. Für das Pferd entsteht dabei ein unange­nehmer Muskelschmerz und der Muskelfarbstoff Myoglobin wird freigesetzt. Durch eine Zu- oder Fehlfütterung an ungeeigneten Futter­mitteln wird ständig neuer Zucker nach­geliefert, welcher als Stärke in den Muskel­zellen eingelagert wird und die PSSM Symptome deutlich verstärkt.

Aufgrund der absterbenden Muskelzellen verlieren PSSM Pferde häufig an Muskulatur. Außerdem gehen sie oft lahm, erscheinen sehr müde und zeigen sich besonders schwerfällig beim Rück­wärtsrichten. Bei akutem PSSM spricht man außerdem häufig von „Anfällen“ oder „Schüben“. Je nach aktuellem Krankheitsstand können diese unterschiedlich stark ausfallen:

 

  • Leichte Schübe treten meist nach arbeits­intensiven Phasen auf. Das Pferd krümmt den Rücken, zeigt große Bewegungs­unlust und versteift die Hinterhand. Auch leichte Kolik­symptome sind möglich.
  • Mittelschwere Schübe treten oft bereits schon während der Arbeit auf. Das Pferd wirkt steif, bleibt stehen und beginnt stark zu schwitzen. Zudem verhärten sich Hinterhand und Kruppe spürbar.
  • Schwere PSSM Schübe treten ebenfalls während der Arbeit auf. Die Symptome sind ähnlich wie bei einem Kreuzverschlag. Das Pferd zeigt deutliche Anzeichen einer Kolik und beginnt sehr stark zu schwitzen. Es hat extreme Muskelschmerzen, welche es ihm fast nicht mehr ermöglichen, sich fortzu­bewegen. Die Hinterhand ist kraftlos, das Pferd zittert stark und die Muskulatur verhärtet sich. Außerdem wird dunkelroter bis kaffeebrauner Urin ausgeschieden, welcher auf die Freisetzung des Muskelfarb­stoffs Myoglobin beim Absterben der Muskelzellen zurückzuführen ist.

Da PSSM Pferde vermehrt langkettige Zucker­moleküle einspeichern, ist es grundsätzlich empfehlenswert, auf eine zucker- und stärkearme Fütterung zu setzen.

 

Die Basis einer gesunden Pferdefütterung ist Raufutter. Jedoch enthält nicht jedes Raufutter dieselben Nährwerte. Besonders der Zuckergehalt von Raufutter kann stark variieren: Mit einem Zuckergehalt von 15 bis 20% liegen einige Rau­futtersorten sogar weit über vielen Sorten Kraft­futter. Um also eine zucker- und stärkearme Fütterung gewährleisten zu können, ist es wichtig, nicht nur die Nährwerte des Kraftfutters zu kennen, sondern auch das Raufutter einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Heu für dein PSSM Pferd soll einen maximalen Zuckergehalt von 10% nicht überschreitet.

 

Für dein Freizeitpferd genügt häufig bereits eine Fütterung mit ausreichend hochwertigem Raufutter in Kombination mit einem Mineralfutter, um es optimal mit allen Nährstoffen zu versorgen und seinen Erhaltungsbedarf zu decken.

  • Hat dein Pferd einen leicht erhöhten Energie­bedarf, ist eine Zufütterung von einem getreide- und melassereduzierten Kraftfutter sehr gut geeignet.
  • Bei moderatem bis stark erhöhtem Energiebedarf sollte anstelle von Stärke eher auf Fett als Energie­träger gesetzt werden.
  • Eine optimale Versorgung an Vitaminen und Mineralstoffen ist entscheidend. Besonders der vollständige Bedarf an Selen sollte bei deinem PSSM Pferd gedeckt sein.

Auch eine ausreichende Versorgung an Vitamin E ist wichtig, um die Muskulatur deines Pferdes optimal zu unterstützen.

 

Hier können Ergänzungs­futtermittel, wie z.B. SOLAN 91 Se-Tocopherol besonders hilfreich sein.

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Futter­mittel Deklaration

Futtermittel­deklaration auf Futtersäcken oder Zusatz­futterdosen - erst einmal verwirrend - aber dann eigentlich ganz schlüssig. Es ist gar nicht so schwer, diese Deklarationen zu lesen. Zugegebener­maßen ist die korrekte, vorschriftsmäßige und futtermittel­rechtlich konforme Deklaration von Futtermitteln ein umfang­reiches und leider etwas trockenes Thema, aber zur Beurteilung eines Futters sind die Deklarationen um vieles interessanter und aufschluss­reicher als die Werbeslogans auf der Verpackung. Denn hier finden wir die Angaben, die wirklich wichtig sind und die uns helfen, die Futtermittel besser einschätzen zu können.

Zusammensetzung:

Die Zusammensetzung zeigt, aus welchen Einzel­futtermitteln das vorliegende Futter gemischt ist. Die Zusammensetzung anzuschauen ist besonders wichtig bei allen Futtermitteln, die in etwas höherer Dosierung gegeben werden (also z.B. Müslis).

Bei Futtermitteln, von denen man nur sehr geringe Mengen gibt, relativiert sich dagegen manches: Wenn wir z.B. von einem Mineralfutter 50 g pro Tag geben und in diesem Mineralfutter sind beispiels­weise 5 % Melasse enthalten, dann geben wir dem Pferd damit gerade einmal 2,5 g Melasse am Tag. Eine eher zu vernachlässigende Menge...

So muss man beim Lesen der Zusammensetzung also immer auch im Kopf haben: "Wieviel gebe ich dem Pferd pro Tag davon und wie stark fallen die einzelnen Bestandteile dadurch tatsächlich in der Gesamtration ins Gewicht?"

 

Analytischen Bestandteile:

Die Deklaration der analytischen Bestandteile ist für alle Mischfuttermittel und auch für Einzel­futtermittel vorgeschrieben. Diese Analysenwerte werden in Prozenten aufgeführt. Auch für Kräuter­mischungen zur Fütterung sind solche Angaben vorgeschrieben. Diese Werte beziehen sich auf den Gesamtgehalt im Futter­mittel.

Je nach Futtermittelart sind unterschiedlich umfangreiche Analysen vorgeschrieben. Ange­geben werden vor allem die Gehalte an Roh­protein, Rohfaser, Rohfett, Rohasche und teilweise Calcium, Magnesium, Phosphor, Natrium, Kalium. Auch hier muss man wieder bedenken, in welcher Menge das Futter gegeben wird und wie stark diese Gehalte dann in der Gesamtration ins Gewicht fallen. Je höher die Futtermenge, umso stärker sind diese Werte also zu beachten.

 

Zusatzstoffe je kg:

Hier wird es in jedem Fall interessant! Denn hier sind die Dinge aufgeführt, die den unter "Zusam­mensetzung" aufgeführten Stoffen noch hinzugefügt wurden.

Zusatzstoffe sind solche Stoffe, die lt. Futtermittel­recht über gewisse "funktionelle Wirkungen" verfügen.

Nun könnte man sich fragen: Warum listen die Hersteller diese Dinge nicht bei der Zusammen­setzung mit auf? Denn diese Dinge sind doch auch Bestandteile der Mischung! Jedoch sind bei der Verwendung von Zusatzstoffen oft besondere Richtlinien bei der Herstellung zu beachten.

Die Zusatzstoffe werden lt. Futtermittelverordnung jeweils unterschiedlichen Rubriken zugeordnet, die es bei der Deklaration zu beachten gilt.

Auf Verpackungen von Pferdefutter findet man vor allem diese Rubriken:

 

1. Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe:

Laut Futtermittelverordnung dienen diese Stoffe dazu, den Ernährungsbedarf der Tiere zu decken. Hier werden die zugesetzten Vitamine, Spuren­elemente usw. aufgeführt. Bei den Futtermitteln, die als "natürliche Futterzusätze" bezeichnet werden, fehlt diese Rubrik entsprech­end.

Immer dann, wenn unter "Zusatzstoffe" Vitamine und Spurenelemente aufgelistet sind, sind sie also (wie der Name sagt) zugesetzt und nicht natürlich enthalten. Verlasst euch darum nicht auf ein "Natur" im Namen des Produktes oder auf Werbeaussagen wie "natürliches Kräuter-Mineral­futter" o.ä. - schaut selber nach, ob es in der Deklaration eine Liste von Zusatzstoffen gibt.

Bei dieser Rubrik handelt es sich also nicht um die Gesamtgehalte der Vitamine und Spurenelemente im Futter, denn die natürlichen Gehalte in den anderen Zutaten werden hierbei nicht berück­sichtigt und DÜRFEN hier auch NICHT angegeben werden.

Bei Mineralfutter sollte der erste Blick immer den ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen gelten. Diese Rubrik entscheidet ganz maßgeblich, ob dieses Futter das gerade passende für dieses Pferd sein könnte. Passen die Werte zur jeweiligen Situation und zur jeweiligen Grundfütterung?

Wenn man unterschiedliche Futtermittel zugibt, ist es unumgänglich, wirklich genau auf die Zusatz­stoffe zu schauen. Am Beispiel Selen kann man besonders gut sehen, warum es wichtig ist, bei jedem Futter auf die ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe zu schauen: Bekommt das Pferd zum Beispiel ein Müsli, dazu noch ein Mineralfutter und vielleicht noch ein spezielles Produkt zum Muskel­aufbau, so kann es leicht passieren, dass man 3 Produkte füttert, denen jeweils Selen zugesetzt ist und Selen dadurch dann in der Gesamtration kräftig überdosiert wird. Alle Futter­mittel, die solche Zusatzstoffe enthalten, müssen darum sorgsam aufeinander abgestimmt werden.

 

2. Technologische Zusatzstoffe:

Eine Zulassung als "technologische Zusatzstoffe" haben solche Stoffe, die für eine besser Beschaffen­heit des Futters sorgen sollen, also zum Beispiel für eine bessere Rieselfähigkeit. Oft werden hier aber auch Stoffe eingesetzt, die durchaus in der Fütterung einen positiven Effekt haben wie zum Beispiel Lecithin, Kieselgur oder Bentonit. Aber futtermittelrechtlich gelten diese Stoffe eben als "technologische Zusatzstoffe".

 

3. Verdaulichkeitsförderer oder auch Darmflora­stabilisatoren o.ä.:

Hier werden Lebendhefen oder andere Mikro­organismen oder Enzyme aufgeführt, die sich positiv auf die Darmflora und / oder die Verdau­lichkeit der Futtermittel auswirken können.

 

4. Sensorische Zusatzstoffe (z.B. Aromastoffe)

Diese Rubrik klingt zunächst einmal so sehr negativ. Denn niemand möchte Aromastoffe im Futter haben. Aber auch hier sollte man erst einmal genau schauen, WAS denn da als Aromastoff gelistet ist! Denn wie oben schon erwähnt, ist es rechtlich vorgeschrieben, WO ein Stoff in der Deklaration aufgeführt werden muss. Und einige der als Aromastoffe gelisteten Bestandteile haben durchaus noch eine andere Funktion im Futter­mittel. So findet man zum Beispiel in einigen Futtermittel unter der Rubrik "Aromastoffe" auch Mariendistel- und / oder Artischocken­extrakt. Hier könnte man sich wieder fragen: Warum macht man das so? Auch dies hat wieder rechtliche Gründe: Man darf einem Futtermittel keine Heilwirkung zusprechen. Folglich haben rein rechtlich natürlich auch die Zusatzstoffe keine solche Wirkung...

Das Pferd ist als Steppentier in seiner Verdauung auf den zeitraubenden Verzehr von Gräsern und Kräutern ausgelegt. Seit das Pferd dem Menschen als Transport- und Arbeitstier dient, musste eine neue Ernäh­rungsform gefunden werden, die dem Pferd Energie liefert. Die Antwort fand sich im Getreide. Zum Klassiker in der Getreidefütterung avancierte der Hafer, der aufgrund seiner Stärke­struktur für das Pferd noch am leichtesten ver­daulich ist. Gerade in den letzten Jahren haben sich jedoch vermehrt weitere Getreidesorten wie Gerste, Mais, oder Weizen in der Pferde­fütterung durchgesetzt, die aufgrund ihrer Stärkeform nicht roh an das Pferd verfüttert werden sollten.

Werden diese Getreidesorten unaufgeschlossen an das Pferd verfüttert, kommt es aufgrund der schlechten Verdaulichkeit dieser, zu einem Über­tritt der Stärke vom Dünndarm in den Dickdarm, wo es durch bakterielle Aktivität zur Entstehung von Gasen und dadurch bedingt zu schmerzhaften Blähungen kommt. Auch Toxine können durch diese mikrobiellen Vorgänge gebildet werden, die die Entstehung von Hufrehe begünstigen können. In jedem Fall jedoch kommt es zu Übersäuerungen des Dickdarms, die langfristig die Gesundheit des Pferdes beeinträchtigen.

 

Was aber heißt nun aufgeschlossen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Stärke im Getreidekorn aufzuschließen und dadurch für das Pferd verfügbar zu machen.

Das Getreide wird entweder mit oder ohne Wasserdampf erhitzt (Dämpfen, Puffen), bzw. in Flocken gewalzt (Dampfflockung), in manchen Fällen auch mikronisiert (Schlagartige Erhitzung im Infrarotofen), oder einfach pelletiert (Konditio­nieren durch Wasserdampfzugabe). Die Sorgfalt beim Getreideaufschluss entscheidet dabei über die Verdaulichkeit des Futters.

 

Wie macht das Solan?

Das Getreide wird zuerst sorgfältig vorgereinigt, um es von Besatz und Verunreinigungen zu befreien. Anschließend wird das Getreide dampfflockiert, ein Prozess der aus der Lebens­mittelindustrie stammt und dort bei der Her­stellung von Müslis Verwendung findet.
Das Wesentliche an der Flockieranlage ist der „hydrothermische“ Aufschluss der Getreidekörner. Dabei wird das Getreide zuerst in einem Durchlaufmischer mit Dampf versetzt und im Anschluss in einem „Konditionierer“ eine halbe Stunde auf ca. 100° erhitzt.

 

Dieses Verfahren hat folgende Effekte:

  • Die im Getreidekorn enthaltene Stärke wird „aufgeschlossen“. D.h. die Dünndarm­verdaulichkeit der Stärke wird teilweise auf über 90% erhöht. Dadurch gelangt weniger unverdaute Stärke in den Dickdarm wo sie zu Verdauungsproblemen und Koliken führen kann.
  • Durch die höhere Verdaulichkeit steigt die Nährstoffdichte – die Futterverwertung wird verbessert.
  • Durch die hohen Temperaturen werden Keime und Pilze im Getreide abgetötet.
  • Die Getreidekörner werden weich und lassen sich im Anschluss zu Flocken quetschen ohne zu zerfallen.
  • Die körnige Struktur des Getreides bleibt erhalten – die Tiere müssen daher das Futter beim Fressen besser Kauen und auch besser einspeicheln.
  • Die Schmackhaftigkeit des Futters steigt, da durch den Stärkeaufschluss Zuckermoleküle frei werden.
  • Durch die thermische Behandlung werden auch Bitterstoffe und Hemmstoffe abgebaut (z.B. bei der Erbse)

 

Nachdem das Getreide im Walzenstuhl zu Flocken gequetscht wurde, muss es wieder getrocknet und abgekühlt werden. Dies wird über einen Durchlauf Trockner und Kühler bewerkstelligt.
Das hydrothermische Flockierverfahren ist natürlich äußerst aufwendig. Vor allem die Energiekosten für die Dampferzeugung und die anschließende Trocknung der Flocken sind hoch. Darum wird sich ein Müsli mit hydrothermisch aufgeschlossenen Flocken preislich immer von „herkömmlichen“ Mischungen aus gequetschtem Getreide unterscheiden. Da die Vorteile mit Sicherheit über­wiegen, sollte man auf jeden Fall abklären, nach welchem Verfahren ein Flockenfutter erzeugt worden ist. Nicht alles was sich „Müsli“ nennt besteht aus hydrothermisch aufgeschlossenen Flocken.

Fütterung bei Leber­problemen

Entgiftungskur-oder die Leber und ihre wichtige Bedeutung für die Gesundheit

Die Leber ist das zentrale Organ für den gesamten Stoffwechsel. Die wichtigsten Aufgaben sind die Produktion von lebenswichtigen Körperbausteinen (beispielsweise Muskeleiweiß, Gerinnungs­faktoren, ...), die Verwertung von Nahrungs­bestandteilen, sowie einen Großteil der Entgiftungsvorgänge im Körper.

Gallenproduktion

Die Leber produziert kontinuierlich Galle, die ständig in den Dünndarm eingeleitet wird, da dem Pferd die Gallenblase fehlt. Die Galle ist eine alkalische Mischung aus Cholesterin, Gallensäure und Lecithin und emulgiert die Nahrung, bindet und entfernt Toxine, hilft bei der Verdauung von Fetten und puffert den sauren Mageninhalt im Darm. Ein guter Gallenfluss und eine funktions­bereite Leber sind somit die Basis für ein gesundes Gleichgewicht der Darmflora.

 

Regulation des Fett­stoffwechsels Nährstoffe, die aus dem Darm ins Blut aufge­nommen werden, gelangen über die Pfortader zur Leber und werden von dieser je nach Bedarf wieder ans Blut abgegeben oder entfernt. Aus den Einzelbausteinen der Fette werden Cholesterin, Hormone und Gallensäure gebildet. In Form von Lipoproteinen gelangen die übrigen Fette wieder ins Blut. Von dort aus werden sie zur Energie­erzeugung (z. Bsp. Für Muskelarbeit) oder als Speicherfett an den entsprechenden Ort transportiert.

Regulation des Blutzucker­spiegels: Die Leber übernimmt einen Großteil der Regulation des Blutzuckerspiegels und hält ihn unabhängig von der Nahrungszufuhr konstant. Glukose wird vom Darmblut aufgenommen und kontrolliert, an den restlichen Körper weitergegeben. Ein Überschuss wird als Glykogen in der Leber oder später in der Muskulatur gespeichert. Bei Energiebedarf wird der Speicherstoff wieder zu Glukose umgewandelt. Die Leber beeinflusst – gesteuert durch Hormone wie Insulin und Glucagon – somit den Blutzucker­spiegel. Insulin bewirkt in der Leber die Umwand­lung des Zuckers in die Speicherform Glykogen und hemmt den Abbau von Fett. Das Hormon Glucagon regt seinerseits die Leber zum Glykogenabbau an und agiert somit als Gegen­spieler zum Insulin. Das lässt bereits erahnen welche Bedeutung dieser Vorgang bei Pferden mit EMS und Hufrehe hat.

 

Protein­stoffwechsel Die verdauten Protein­fragmente (Aminosäuren) werden von der Leber in körpereigenes Eiweiß umgewandelt. Dieser Vorgang steuert somit auch den Muskelaufbau beim Pferd.
Für die Praxis heißt das: zeigen Pferde trotz ausreichender Fütterung und einem adäquaten Training nur einen schlechten Muskelaufbau, kann dies auch ein Hinweis auf ein verstecktes Leber­problem sein.

Überschüssiges Eiweiß wird in der Leber zu Stick­stoffgruppen abgebaut, verstoffwechselt und über die Niere ausgeschieden. Auch hier sollte auf eine angepasste Eiweißfütterung geachtet werden, da ein zu viel an Eiweißen die Leber unnötig belasten. Die Leber synthetisiert fast sämtliche Serum­proteine einschließlich der Gerinnungsfaktoren und des "Universaltransportproteins" Albumin. Sie bildet viele Bestandteile der unspezifischen Immunabwehr.

Regulierung des Vitamin und Spurenelement­stoffwechsels: Die Leber ist an der Speicherung und Aktivierung von Vitaminen, vor allem den B-Vitaminen und den fettlöslichen Vitaminen A,D, E und K beteiligt. Auch die Spurenelemente Eisen und Kupfer werden in der Leber gespeichert.

 

Entgiftungs­funktion der Leber Die Leber übernimmt die Entgiftung und Aus­scheidung von schädlichen Stoffen, wie Giftstoffen aus der Nahrung. Diese gelangen über kontami­niertes Futter in den Körper und müssen dann von der Leber ausgeschieden werden. Aber auch Arzneimittel, wie Wurmkuren, Antibiotika, Impfstoffe und Schmerzmittel werden über die Leber abgebaut. Dies gilt ebenso für körperfremde Stoffe wie etwa Aroma- und Konservierungsstoffe, deren Abbau über die Leber erfolgen muss.

Aber auch im Körper selbst werden schädliche Stoffe gebildet, beispielsweise durch Fehlgärungen im Darm. Diese Endotoxine müssen dann ebenfalls über die Leber abgebaut und über die Niere ausge­schieden werden. Hier sieht man bereits, welche wichtigen Aufgaben die Leber im Orga­nismus zu erfüllen hat und welch essentielle Bedeutung eine gesunde Leber für einen funktio­nierenden Stoffwechsel innehat.

Hat mein Pferd ein Leberproblem?Die gute Nachricht zuerst, die Leber hat einen enormen Kompensations – und Regenerations­mechanismus, was bedeutet die Leber ist ein Organ, das einige Sünden verkraften kann, ohne dauerhaften Schaden davonzutragen. Dies ist aber gleichzeitig die schlechte Nachricht daran, Leber­krankheiten treten klinisch erst sehr spät zutage. Sind die Leberwerte bei einem Blutbild erhöht, ist dies ein durchaus ernst zu nehmendes Problem, auf das dementsprechend reagiert werden muss.

Wie aber erkenne ich Leberprobleme bei meinem Pferd?Beobachtet man sein Pferd aufmerksam, kann man durchaus Symptome erkennen, die auf eine über­lastete bzw. erkrankte Leber hinweisen können: Mattigkeit, Muskelabbau, Apathie aber auch Übellaunigkeit, Verspannungen können Zeichen sein, die hinterfragt werden sollten. Pferde mit Leberproblemen zeigen in weiterer Folge Appetit­losigkeit, häufiges Gähnen, Durchfällen oder Verstopfungen, vermehrte Kolik­neigung, stark stinkenden Kot und Untertemperatur. Kann die Leber ihre Aufgabe als Entgiftungsorgan nur noch beschränkt wahrnehmen, können Juckreiz, Haut­probleme und Wassereinlagerungen auftreten. Gelbsucht (das Weiße im Auge wird gelb, die Mund­schleimhaut bräunlich) und Hufrehe, das Equine Cushing und das Equine Metabolische Syndrom können ultimative Begleiterscheinungen von Leberproblemen sein.

Wenn Sie vermuten, dass ihr Pferd unter Leber­problemen leidet sollte ein Blutbild Aufschluss über das Ausmaß geben. Wobei zu bedenken ist, dass aufgrund der hohen Regenerations­fähigkeit der Leber bereits geringe Abweichungen ernst genommen werden sollten.

 

Die bessere Alternative: Vorbeugen statt HeilenUrsachenvermeidung ist die beste Möglichkeit, Leberprobleme zu vermeiden!

Gute Qualität des Grundfutters: Raufutter sollte keine Verunreinigung durch Schadkeime auf­weisen. Verschimmeltes Heu oder Silagen sowie modriges Stroh haben im Pferdestall nichts verloren. Achten Sie auf den Geruch, dieser sollte frisch, angenehm und aromatisch sein, die Farbe sollte grün bis braun sein. Bei muffigem, dumpfem, fauligem Geruch, weißem bis gräulichem Aussehen darf das Heu nicht verfüttert werden. Zu beachten ist auch das keine Giftpflanzen im Heu mitge­trocknet werden.

Beachten Sie bei frisch eingebrachtem Heu die Schwitzphase von 6-8 Wochen, in dieser Zeit darf das Heu nicht an die Pferde verfüttert werden.

 

Kraftfutterration Die Kraft­futterration sollte leicht verdaulich und daher hoch aufgeschlossen sein und in mehreren kleinen Rationen zur Vermeidung von Fehl­gärungen und Blähungen gefüttert werden. Die Kraft­futtergaben sollten qualitativ hochwertig und dem Leistungsbedarf des Pferdes angepasst sein. Wichtig ist bei der Versorgung mit Kraftfutter auch die Versorgung mit allen notwendigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spuren­elementen zu gewährleisten. Häufig ist bei geringen Kraftfutter­gaben der Bedarf nicht gedeckt, in diesem Fall muss zusätzlich ein Mineralstoff gefüttert werden. Gerne beraten wir sie hier, um eine optimale Versorgung ihres Pferdes zu gewährleisten.

Beachten Sie zusätzlich das Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe ebenfalls über die Leber verstoff­wechselt werden müssen. Ein kritischer Blick auf den Sackanhänger schafft hier Klarheit, oder Sie wenden sich direkt an den Hersteller.

 

ÜberfütterungGerade bei Kleinpferden oder bei Pferden die kaum gearbeitet werden, kann es zu einer Überfütterung kommen. Hier ist es wichtig, die Arbeitsleistung des Pferdes objektiv zu beurteilen und die Ration dementsprechend anzupassen. Beachten Sie bitte trotz allem, den Mineralstoff­bedarf des Pferdes zu decken. Gerade wenn die Futtermenge gedrosselt wird ist es wichtig, die Versorgung mit essentiellen Nährstoffen zu decken und aufrecht zu erhalten.

Muss ein Pferd „abspecken“ so sollte bedacht werden, dass in diesen Zeiten die Leber besonders stark beansprucht wird. Da durch den Abbau von Fetten auch die darin gelösten Giftstoffe frei werden und über die Leber ausgeschieden werden müssen.

 

Stress Pferde die im starken Turniereinsatz stehen, nach langen Transporten oder bei einem Stallwechsel stehen Pferde oft unter massivem Stress. Dieser schlägt sich gerne auf den Magen Darm Trakt und belastet die Leber zusätzlich. Gerade die Leber von Sportpferden wird Ihnen eine Entgiftungskur vor und nach der Saison danken.

 

ArzneimittelAuch nach dem Einsatz von Arzneimittel, wie beispielsweise Antibiotika, Wurmkuren, Schmerz­mittel, ... empfiehlt sich eine Entgiftungskur, um Giftstoffe auszuscheiden und die Leber zu stärken.

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Mykotoxine

Derzeit kennt man ca. 500 verschiedene Mykotoxine.

Die wichtigsten Mykotoxine:

  • Vomitoxin (Don)
  • Zearalenon (Zea)
  • Ochratoxin
  • Ergotamin (Mutterkorn)
  • versch. Aflatoxine
  • Citrinin
  • Moniliformin

Mykotoxine haben eine sehr kleine Molekülgröße – deshalb werden sie vom Immunsystem nicht erkannt, der Organismus kann dagegen keine Antikörper produzieren!

Außerdem sind es sehr stabile Verbindungen – durch physikalische Verfahren (Erhitzen) lassen sie sich nicht zerstören.

Jedes Mykotoxin hat unterschiedliche Auswirkungen auf unsere Nutztiere. Während Wiederkäuer und Geflügel relativ tolerant gegen die meisten Mykotoxine sind, ist das Schwein besonders empfindlich. Fruchtbarkeitsprobleme, Immunschwäche, Wachstumsstörungen und Leistungsdepressionen sind nur die wichtigsten Schäden die durch Mykotoxine angerichtet werden. Jedes Toxin hat sein eigenes, typisches Schadbild. In der Regel kommen Toxine aber nicht einzeln vor, sondern treten in der Regel als "Cocktail" auf. Dementsprechend schwierig ist es, Probleme bei den Tieren auf ein bestimmtes Toxin zurückzuführen.

Sobald ein Verdacht auf eine Mykotoxinbelastung im Futter besteht, sollten so schnell als möglich Analysen der Komponenten bzw. Mischungen veranlasst werden. Bitte kontaktieren Sie uns diesbezüglich!

Spätestens wenn sich ein Verdacht bestätigt, sollte der Einsatz von PHYTOSORB Plus erfolgen.

Weitere Informationen über Mykotoxine können Sie folgendem Dokument entnehmen:

Mykotoxine.pdf [4328 KB]

Mykotoxine sind giftige Stoffwechsel­produkte von Schimmel- bzw. Fusariumpilzen. Diese Stoffwechselprodukte werden von den Fusarien in der Regel bereits am Feld produziert. Der Hauptinfektionszeitpunkt ist die Blüte beim Getreide. Bei feucht-warmer Witterung produzieren diese Pilze diese giftigen Stoffwechselprodukte, die sich hauptsächlich auf den äußeren Schichten des Korns anreichern.

Derzeit kennt man ca. 500 verschiedene Mykotoxine.

 

Die wichtigsten Mykotoxine:

  • VOMITOXIN (DON)
  • ZEARALENON (ZEA)
  • OCHRATOXIN
  • ERGOTAMIN (Mutterkorn)
  • verschiedene AFLATOXINE
  • CITRININ
  • MONILIFORMIN

 

Mykotoxine haben eine sehr kleine Molekülgröße – deshalb werden sie vom Immunsystem nicht erkannt, der Organismus kann dagegen keine Antikörper produzieren!

 

Außerdem sind es sehr stabile Verbindungen – durch physikalische Verfahren (Erhitzen) lassen sie sich nicht zerstören.

Jedes Mykotoxin hat unterschiedliche Auswirkungen auf unsere Nutztiere. Während Wiederkäuer und Geflügel relativ tolerant gegen die meisten Mykotoxine sind, ist das Schwein besonders empfindlich. Fruchtbarkeitsprobleme, Immunschwäche, Wachstumsstörungen und Leistungsdepressionen sind nur die wichtigsten Schäden die durch Mykotoxine angerichtet werden. Jedes Toxin hat sein eigenes, typisches Schadbild. In der Regel kommen Toxine aber nicht einzeln vor, sondern treten in der Regel als "Cocktail" auf. Dementsprechend schwierig ist es, Probleme bei den Tieren auf ein bestimmtes Toxin zurückzuführen.

Sobald ein Verdacht auf eine Mykotoxinbelastung im Futter besteht, sollten so schnell als möglich Analysen der Komponenten bzw. Mischungen veranlasst werden. Bitte kontaktieren Sie uns diesbezüglich! Spätestens wenn sich ein Verdacht bestätigt, sollte der Einsatz von PHYTOSORB Plus erfolgen.

 

Weitere Informationen über Mykotoxine können Sie folgendem Dokument entnehmen

Mykotoxine.pdf [4328 KB]