Erweiterung / Modernisierung Futtermittel­produktion

In den herausfordernden Jahren 2020 und 2021 konnte Solan eine sehr bedeutende Investition in mehreren Produktionslinien realisieren. Die Umsetzung unseres Vorhabens hat während dem laufenden Betrieb stattgefunden, weshalb die Arbeiten - Dank der mitwirkenden Firmen und vor allem unserer Mitarbeiter - sehr sportlich gemeistert werden konnten.
Blogbeitrag erstellt am 
31.12.2021
 
beheizte Flüssigkeitentanks für Melasse und Öl für Mineralfuttermittel

Folgende Investitionen wurden getätigt:

Mineralfutterlinie

Die bestehende Mineralfutterlinie wurde bis auf die bestehenden Lager- und Dosiersilos mit einer Chargenwaage komplett neu errichtet.

Die Annahme für Silo-LKW´s und Big Bags wurde komplett neu realisiert. Dabei wurden neue Förderleitungen, Magnete, Siebe, Filter, Zellenradschleusen und Drehrohrverteiler samt vergrößertem Rohrbau in Edelstahl errichtet. Dadurch konnte die Annahmeleistung deutlich gesteigert und vor allem mit den Filtern neue Maßstäbe in Bezug auf Luftreinigung und Sauberkeit der Anlage gesetzt werden.

Die Siloeinläufe zu Befüllung mit Big Bags haben eine spezielle Verriegelung bekommen, damit eine falsche Befüllung der Silos mit einem nicht dafür vorgesehenen Produkt ausgeschlossen werden kann. Erst wenn der Mitarbeiter den Big Bag und das zu befüllende Silo korrekt scannt, gibt die Steuerung die Verriegelung frei und das Silo kann befüllt werden.
Kettenzüge zur Befüllung von Dosiersilos mit Big Bags
Waage 4 mit Dosiersilos für Spurenelemente

Zusätzlich wurden weitere 6 Dosiersilos und eine zusätzliche Chargenwaage angeschafft. Aus diesen Silos werden spezielle Spurenelemente und Säuren dosiert, wodurch unsere Mitarbeiter deutlich entlastet werden.

Ein neues Sammelgefäß führt die Komponenten aus den zwei Chargenwaagen und der Handbeigabestelle zusammen. Dabei wird eine Gewichtskontrolle der Charge und ein erste grobe Vermischung der Komponenten gewährleistet. In einem weiteren Schritt passieren alle Komponenten einen Magnet, bei dem allfällige Verunreinigungen aus Metall ausgeschieden werden, ehe sie in die neue Förderanlage gelangen.

Druckluftzentrale
Für den Materialtransport werden 2 baugleiche Pfropfenfördersysteme verwendet. Linie 1 bringt die fertig verwogenen Rohstoffe zum Mischer. Die Linie 2 befördert die fertig gemischten Premixe oder Mineralfuttermischungen nach dem Mischer zu den Premixsilos oder zu den Loseverladesilos. Bei der Pfropfenförderung wird das Material in sogenannte Sendegefäße gebracht. Diese Sendegefäße oder auch Druckgefäße werden verschlossen und mit Druckluft auf bis zu 2,3 bar aufgepumpt. Das Material wird dann durch eine Förderleitung zum jeweiligen Empfangsgefäß gedrückt, wobei mit Druckluft einzelne Pfropfen gebildet werden und so ein gleichmäßiger und entmischungsfreier Transport gewährleistet wird.

Der große Vorteil dieses Systems besteht darin, dass das Material sehr schonend und verschleißfrei mit nur rd. 5 bis 6 Meter pro Sekunde gefördert wird und das System praktisch restlos leer wird, um eine Verschleppung (Kontamination) zu verhindern. Das Empfangsgefäß über dem Mischer ist ebenfalls verwogen, um die Überprüfung der Mengen zu gewährleisten. Die anfallende Abwärme aller Drucklufterzeuger wird übrigens zu 100% in der zentralen Wärmeverteilung für die Beheizung der Büros, Produktionsräume und Tanks für Flüssigkeiten, wie Melasse und Öl, verwendet.

Mit dem neuen Mischer, der das Herzstück der neuen Mineralfutteranlage darstellt, können wir technisch aufwändige Mischungen in einer bisher nicht erreichbaren, hohen Qualität herstellen. Der Zweiwellen-Paddelmischer zeichnet sich durch einen sehr schonenden Mischvorgang mit hoher Mischgüte und einer restlosen Entleerung aus. Das Mischkonzept mit der sehr flexiblen Möglichkeit, mehr als 6 verschiedene Flüssigkeiten individuell dem Mischprozess beizufügen, ist einzigartig und zukunftsweisend.

Mit diesen Maßnahmen konnte die bekannt hohe Qualität unserer Produkte noch deutlich verbessert werden. Die gesamte Anlage wurde mit neuen dezentralen Filteranlagen ausgestattet. Sämtliche Abluft wird gereinigt über Dach ausgeblasen. Mit der mehr als vierfach gestiegenen Anlagenleistung sind wir in der Lage, der gestiegenen Nachfrage des Marktes gerecht zu werden.

 

Silo - Rohstoffannahme

Die Rohstoffannahme für Schüttgüter aus Kipp-LKW´s, also speziell für Getreide und andere Schüttgüter wurde ebenfalls komplett neu errichtet. Die Annahme- und Reinigungsleistung wurde auf 160 Tonnen pro Stunde gesteigert. Dazu wurden eine neue Annahmegosse mit Gossenentstaubung, neue Elevatoren und Trogkettenförderer, eine neue Getreidereinigung und ein leistungsfähiger Rohrbau mit dazugehöriger Aspirationen geschaffen.

Fertigfutterlinie

Die Fertigfutterlinie wurde ebenfalls in Teilbereichen optimiert um die Qualität der erzeugten Produkte zu steigern.

Steuerung

Im Zuge der baulichen und maschinellen Maßnahmen wurde auch die gesamte Steuerung für alle Produktionsbereiche erneuert und auf den modernsten Stand gebracht.

Leitstand Mischlinien 1 (Fertigfutter) und 2 (Mineralfutter)

Die Bau- und Inbetriebnahme-Phase war von Corona bedingten Unwägbarkeiten geprägt. So musste unter anderem der Bau für einige Zeit unterbrochen werden. Besonders herausfordernd für uns war die Sicher­stellung der steten Aufrechterhaltung der Produktion und Versorgung für unsere Kunden. Mit dem Engagement unserer MitarbeiterInnen konnten wir jedoch einen positiven Projektabschluss herbeiführen. Mittlerweile haben sich die getätigten Investitionen in Bezug auf Qualität, Effizienz und MitarbeiterInnen­zufriedenheit äußerst positiv ausgewirkt, sodass wir für die Zukunft gerüstet sind, um weiterhin ein starker Partner für unsere Kunden zu sein.

 

Dieses Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union realisiert.

Nähere Informationen zum Programm "Entwicklung des ländlichen Raumes" finden Sie unter folgendem Link:
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