Der Pferdehuf

Aufbau, Funktion und Pflege
Erfahren Sie hier, wie ein Pferdehuf aufgebaut ist, wie er funktioniert, welche Hufer­krankungen es gibt und wie man sie mit der richtigen Pflege vorbeugt.
Blogbeitrag erstellt am 
14.04.2025
 

Der Aufbau des Hufes

Der Huf des Pferdes ist als Zehenglied so ausgebildet, dass er eine schnelle Fortbewegung ermöglicht. Die knöcherne Grundlage ist das Hufbein, das gleichsam wie ein Prägstempel die Hornkapsel formt. Die Hornkapsel wird in die Abschnitte unterteilt:

  • Deck - oder Glasurschicht
  • Hornwand
  • weiße Linie
  • Sohle
  • Strahl
  • Ballen

Die Hornwand eines Hufes besteht aus Vorderwand, zwei Seiten­wänden und zwei Trachtenwänden, die sich in einem spitzen Winkel auf die Sohlenfläche umschlagen und die zwei Eckstreben bilden. Der obere Rand wird als Kronrand und der untere als Tragerand bezeichnet.

Regelmäßige Vorder - und Hinterhufe zeigen Unterschiede in der Form des Tragerandes. Hinterhufe sind spitzer und besitzen ihre weiteste Stelle hinter der Mitte, während diese bei Vorderhufen an der Mitte der Seitenwände liegt. Man kann das im Vergleich mit einem Ei deutlich machen. Die Form des Vorderhufes entspricht hier dem stumpfen Pol, der Hinterhuf dem spitzen Pol des Eis. Auch im Winkel, den die Vorder­wände von der Seite gesehen mit dem Erdboden bilden, bestehen Unterschiede. Bei Vorderhufen beträgt der Winkel 45° bis 50° bei Hinterhufen 50° bis 55°.

Die Grundlage des Hornstrahls mit seinen beiden Strahlschenkeln und dem Körper ist ein weich-elastisches Kissen (Strahlpolster), das den hinteren Teil des Hufes ausfüllt. Hufbein und Strahlpolster werden von der Huflederhaut überzogen. Ihre Oberfläche hat die Form feiner Zöttchen und Blättchen und ist sehr stark durchblutet. Die so entstehende Säulen - und Blättchenstruktur bewirkt eine feste Verbindung zwischen der Huflederhaut und der Hornkapsel. Die Hornfestigkeit ist von der Dichte der Zöttchen abhängig.

 

Der Hufmechanismus

Das Hufhorn wächst bei ausgewachsenen Pferden monatlich durchschnittlich 8mm, bei jungen Pferden ist dieser Hornnachschub stärker. Obwohl der Huf eine feste Form hat, ist er kein starres Gebilde. Bei Belastung verformt er sich, bei Entlastung geht er wieder in die ursprüngliche Form zurück. Beim Fußen erweitert sich der Huf im Bereich der Trachtenwände, gleichzeitig senken sich die Ballen, bei der Entlastung geht der Huf dann wieder in seiner ursprüngliche Form. Diese Vorgänge bezeichnet man auch als Hufmechanismus. Ein intakter Hufmechanismus verringert die Wucht des Stoßes, der sich vom Huf auf die Gliedmaßen fortsetzt. Er vermindert damit die Belastung von Beugesehne und Fesselträger und fördert durch die Saug und Druckwirkung die Durchblutung der Huflederhaut.

 

Der gesunde Huf

Ziel der Hufpflege ist es, gesunde Hufe zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Pferde können nur dann ihr volles Potential und ihre volle Leistungs­fähigkeit enfalten, wenn ihre Hufe gesund sind. Insbesondere gilt es, den Hufmechanismus zu fördern, der an eine elastische Hornkapsel sowie einen gut entwickelten Strahl mit entsprechendem Strahlpolster gebunden ist.

Für ein gesundes Hornwachstum und ein festes Hufhorn ist eine qualitativ und quantitativ aus­reichende Fütterung mit einer bedarfsgerechten Versorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen von essentieller Bedeutung. Ein Mangel an Vitamin A bzw. Karotin begünstigt loses, brüchiges Hufhorn, Zinkmangel führt zu einem weichen Hufhorn. Zu hohe Gaben an Selen können zu Störungen der Kreatinsynthese und zu weichen, ödemartigen Schwellungen am Kronsaum mit späteren horizontalen Ringen am Huf und im Extremfall sogar zum Ausschuhen führen. Die Fütterung von zu hohen Eiweißgehalten führt zur Beschleunigung des Hornwachstums bei gleichzeitiger Abnahme der Festigkeit des Horns.

Bei Abweichungen in der Hufqualität sollte daher die Fütterung kritisch hinterfragt und gegebenenfalls

 

 

Huferkrankungen

Hufrehe

Hufrehe ist eine Allgemeinerkrankung der Pferde mit typischen Veränderungen an den Hufen. Sie entsteht plötzlich und wird von heftigen Krankheits­erscheinungen mit starken Schmerzen begleitet.

Bei der Entstehung der Rehe spielt Histamin, ein Eiweißabbaustoff eine entscheidende Rolle. Es kann im Verdauungskanal vermehrt gebildet werden, wenn die Pferde frisches/ junges Gras oder hohe Mengen an unaufgeschlossenem Getreide zu sich nehmen. Histamin erhöht die Durchlässigkeit der Gefäße der Huflederhaut und führt damit zum Austritt von Blut. Die durchtränkten Lederhaut­plättchen verlieren ihre Verbindung zu den Hornplättchen der Hornwand. Damit lockert sich die Befestigung des Hufbeins in der Hornkapsel. Da die Lederhaut allseitig umschlossen ist, kann sie sich wenig ausdehnen und die auftretende Lederhaut­quellung ist daher äußerst schmerzhaft.

 

Auslösende Faktoren

  • Überanstrengung
  • Aufnahme toxischer Substanzen
  • Gebärmutterentzündungen
  • nach Koliken
  • als Begleiterscheinung bei EMS, Cushing
  • Die häufigste Ursache sind aber Fütterungsfehler

 

Erscheinungsbild einer akuten Hufrehe

  • Sägebockhaltung; Vorderbeine weit nach vorne gestellt, Hinterbeine treten weit unter
  • kolikähnliche Erscheinungen aufgrund der starken Schmerzen
  • Atmung und Puls beschleunigt
  • Pferde schwitzen und zeigen Muskelzittern
  • Hufwand ist vermehrt warm
  • Sohlen und Vorderwand sind druck - und klopfempfindlich
  • zugehörige Mittelfußarterie zeigt starke Pulsation

 

Behandlung

  • Unverzüglich die Tierärztin oder den Tierarzt verständigen! Nur durch schnelles Handeln sind die Heilungschancen positiv zu beurteilen.
  • Hufe gut kühlen (Hufpackung mit nassem Lehm, Kühlung mit Wasser)
  • Kein Futter anbieten.
  • Pferd in gut eingestreute Box bringen
  • Weitere Fütterung muss mit ihrer Tierärztin oder ihrem Tierarzt abgesprochen werden.
  • Es empfiehlt sich die Gabe eines Futters, welches stärke - und zuckerreduziert ist und auf die besonderen Bedürfnisse eines Rehepferdes Rücksicht nimmt. Hier bieten sich SOLAN 583 KornLos, Solan 82 Delicate und Solan 783 Horse Protect an, welches speziell für Rehe­pferde entwickelt wurde.

 

Vorbeugen

Pferde nicht überfüttern!

Die tägliche Futterration ist an die Leistung des Pferdes anzupassen. Hierbei ist es wichtig, dass das Pferd trotz geringer Futtermengen eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen erhält. Dies wird leider in der heutigen Fütterungspraxis oft außer Acht gelassen und führt langfristig zu einer Reihe von Problemen.

  • Futterumstellungen müssen langsam erfolgen
  • Vorsicht bei jungem Gras, Weidegang zeitlich begrenzen
  • Frisches Heu mindestens 8 Wochen ablagern
  • Frisches Getreide mindestens 8 Wochen ablagern
  • Vorsicht bei niedrigen Temperaturen und gleichzeitigem Sonnenschein, da hier der Fruktangehalt im Gras besonders hoch ist. Fruktane sind Speicherstoffe der Pflanzen, die bei niedrigen Temperaturen ( 5 -10 Grad Celsius) in besonders hohen Gehalten in der Pflanzen vorhanden sind, da die Pflanze weniger wächst und somit die Energie, die aus der Photosynthese gewonnen wird, speichert. Fruktane können im Dünndarm kaum verdaut werden, führen aber im Dickdarm zu einer stürmischen Fermentation und daraus bedingt zu einer Endotoxinbildung. Diese kann die Entstehung von Hufrehe begünstigen.
  • Übermäßige Zufuhr von kaltem Wasser
  • Zu starke Belastung der Hufe
  • Vorsicht bei giftigen Pflanzen

 

Bei Pferden mit Reheneigung, Kleinpferderassen oder bei Pferden mit geringer Arbeitsleistung empfiehlt sich daher die Gabe von SOLAN 783 Horse Protect, welches Stärke - und Zuckerreduziert ist und bei geringer Futtermenge das Pferd trotzdem mit ausreichend Vitalstoffen versorgt.

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