Kotwasser bei reiner Heu­fütterung

Viele Pferde, vor allem Robust­pferderassen wie Tinker, Criollos, Freiberger, aber auch viele Offenstallpferde leiden insbesondere in den Herbst- und Winter­monaten an Kotwasser.
Blogbeitrag erstellt am 
18.11.2022
 

Studien zum Thema Kotwasser bei Pferden bringen keine nennenswerten Erkenntnisse über DEN Auslöser oder eine sicher erfolgreiche Therapie betroffener Pferde. Aber alle Studien kommen zu der gleicher Schluss­folgerung, dass das Kotwasser beim Pferd meist nicht nur eine Ursache hat.

 

Mögliche Ursachen sind:

  • Umstellung von Weidegras auf Heufütterung = Anpassungsprobleme der Darmflora an strukturreiches Futter
  • sehr eiweiß-, zucker- oder stärkereiche Futtermittel = Ungleichgewicht/Verschiebung der Darmflora
  • Weidewechsel; stark variierende Mengen an Kraftfutter und Veränderungen in der Futterroutine
  • fehlerhafte Zahnbehandlung
  • Darmparasiten
  • Stress und Unruhe
  • mit Bakterien, Pilzen und Pilzgiften belastetes Grund- und Kraftfutter
  • Futterrestriktion durch Heunetze oder Fressautomaten
  • minderwertige Trinkwasserqualität

 

1 kg Heu/Stroh bindet in der Regel 5 kg Wasser. Wenn alles klappt wird daraus im Pferdedarm auch ein fester Pferdeapfel.

In manchen Fällen kann dieses Wasser aber nicht vollständig gebunden bzw. im Dickdarm resorbiert werden, wenn die Fermentation im Dickdarm nicht mehr optimal funktioniert.

 

Daher ist es unserer Erfahrung nach falsch, bei Kotwasser mehr Heu oder Stroh zur Verfügung zu stellen. In solchen Fällen macht es Sinn die Heuration auf 1,5 kg pro 100 kg Pferd zu reduzieren, etwas feineres Heu (zweiter Schnitt) dazuzugeben und Stroh komplett wegzulassen. Zusätzliche Energie kann mittels Öle und ölhaltige Futtermittel, wie z.B. SOLAN 232 Diät-Lein zugeführt werden - aber alles langsam verändern und nicht abrupt!
 

 

Zu rohfaserreiches Heu und Stroh kann in diesem Fall Kotwasser beim Pferd verursachen

Das Heu sollte nicht sehr grob sein. Feineres Heu ist bei einer gestörten Bakterienbesiedlung im Dickdarm besser. Denn je grobstängeliger das Heu, umso mehr ist eine gute Fermentation im Dickdarm gefragt um die Entstehung von Kotwasser zu verhindern.

Wenn kein feineres Heu vorhanden ist, kann man einfach eingeweichte Heucobs (nicht zu flüssig) und eine Handvoll Haferflocken zum reduzierten Heu zu füttern. Dies regt die enzymatische Verdauung im Dünndarm an, saugt etwas Wasser auf und bildet eine "Schleimschicht", die Magen und Darm in kleinen Mengen wohl bekommt.

 

Zur Verbesserung der Darmsituation sollte zusätzlich SOLAN Stimusol zu gefüttert werden

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In vielen Fällen regeneriert sich die Problematik binnen 3 bis 4 Tagen (manchmal dauert es aber auch länger). Nach ca. 3 bis 4 Wochen kann man wieder einen Umstellung auf die normale Fütterung vornehmen.

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